Börsengang verschoben: Praktiker-Aktien billiger
zuletzt aktualisiert: 17.11.2005 - 13:30Düsseldorf (rpo). Praktiker geht verspätet an die Börse. Wie der Handelskonzern Metro mitteilte, wird der für Freitag geplante Börsengang der Baumarkt-Tochter verschoben. Der Mutterkonzern senkte die Preise für Praktiker-Aktien von 16 bis 19 auf 14 bis 15 Euro.
Nach Änderung der Preisspanne werde die Angebotsfrist bis kommenden Montag um 12.00 Uhr mittags verlängert, teilte Metro weiter mit. Ab dem 22. November sollen die Praktiker-Aktien dann in den Handel gehen. Metro hatte sich aus dem Börsengang einen Bruttoerlös von 463 Millionen Euro erhofft, Praktiker sollten vor Abzug der Kosten 140 Millionen Euro zufließen. Der Erlös dürfte nun deutlich geringer ausfallen, zudem Metro Anfang der Woche bekannt gegeben hatte, statt der zunächst geplanten 75 Prozent nur knapp 60 Prozent der Aktien in den Handel zu bringen.
Experten hatten die von Metro angekündigte Preisspanne im Vorfeld als zu teuer kritisiert. Vor allem im Vergleich zu anderen Heimwerker-Größen wie Hornbach oder der britischen Kingfisher sei Praktiker überbewertet. Auch an der Börse fehlte es nach Angaben von Händlern an interessierten Käufern für den MDAX-Aspiranten. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz waren die Aktien teils unter der Preisspanne gehandelt worden. Gespräche über einen Verkauf der Baumarktkette unter anderem mit dem britischen Finanzinvestor Permira waren ebenfalls an Metros Preisvorstellungen gescheitert.
Praktiker strebt die Aufnahme in den MDAX an. Metro bleibt zunächst mit 40,5 Prozent größte Aktionärin, der Konzern will sich künftig jedoch auf den Ausbau seiner Großhandelsmärkte und der Elektronikketten Saturn und Media Markt konzentrieren. Praktiker war bereits von 1998 bis 2002 an der Börse; nach der vollständigen Übernahme durch Metro wurde die Aktie aus dem Handel genommen. Mit dem Erlös aus dem aktuellen Börsengang will das Unternehmen vor allem die geplante Expansion in Osteuropa finanzieren.
Trotz der harten Konkurrenz schreibt Praktiker seit 2003 wieder schwarze Zahlen. Vorausgegangen war ein drastisches Sparprogramm, dem seit 2000 in Deutschland knapp 50 Filialen zum Opfer fielen. In den ersten neun Monaten 2005 machte das Unternehmenen einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro.
Die Metro-Aktie geriet nach der Bekanntmachung der Börsengang-Verschiebung unter Druck und war der Verlierer im DAX. Gegen 13.15 Uhr hatte sich das Papier wieder leicht stabilisiert und lag noch 1,25 Prozent unter dem Vortageswert.
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