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Essen
Preisverfall drückt Evonik-Gewinn

Essen. Doch die Milliarden-Übernahme kommt voran, Kartellämter stimmen zu.

Der Chemiekonzern Evonik leidet unter dem Preisverfall von wichtigen Produkten. Im dritten Quartal brach der Gewinn (Ebitda) um elf Prozent auf 578 Millionen Euro ein, wie Evonik mitteilte. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. "Die Verkaufspreise waren weiter rückläufig", räumte der Konzern ein. Das gilt vor allem für Methionin, den Zusatzstoff für die Tiermast, von dem Evonik abhängig ist.

Der Essener Konzern ist Weltmarktführer für Methionin und hat wegen des weltweit wachsenden Fleischkonsums in den vergangenen Jahren gute Geschäfte damit gemacht. Doch die Wettbewerber schlafen nicht, und die Kapazitäten nehmen zu, das drückt die Preise. Auch bei Saugstoffen für Windeln herrscht hoher Wettbewerb.

An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an. Die Aktie verlor zeitweise um zwei Prozent, schloss dann aber erholt bei 27 Euro. Sie notiert damit weiter unter ihrer Erstnotiz von 33 Euro. Dabei war der Gewinn von Evonik sogar weniger stark zurückgegangen, als Analysten erwartet hatten.

Evonik-Chef Klaus Engel bleibt gelassen. "Wir bestätigen unseren Ausblick für das Gesamtjahr", sagte der Chef von 34.000 Mitarbeitern. In einem schwachen weltwirtschaftlichen Umfeld habe Evonik sein Mengenwachstum aus dem ersten Halbjahr im dritten Quartal fortsetzen können. Der Gewinn werde voraussichtlich die obere Hälfte der Spanne von zwei bis 2,2 Milliarden Euro erreichen. Im Vorjahr waren es noch 2,46 Milliarden Euro.

Für künftigen Schwung und eine breitere Aufstellung soll die Chemiesparte von Air Products sorgen, deren Übernahme Evonik im Mai für 3,8 Milliarden Dollar besiegelt hat. Sie stellt unter anderem Chemikalien für Schaumstoffe her. Bei den Gesprächen mit den Kartellbehörden kommt man voran. "Die zuständigen Wettbewerbsbehörden in den USA, in Deutschland und in den meisten europäischen Ländern haben der Transaktion, die bis zum Ende des Jahres erwartet wird, bereits zugestimmt", so der Konzern.

(anh)
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