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Düsseldorf
Provinzial streicht bis zu 200 Jobs in vier Jahren

Düsseldorf. Der Versicherer will schlanker werden - ohne Kündigungen. Die klassische Lebensversicherung soll weiterleben. Von Georg Winters

Die Versicherungsgruppe Provinzial will in den kommenden Jahren zwischen 20 Millionen und 25 Millionen Euro sparen und bis zum Jahr 2020 etwa 150 bis 200 der derzeit 2000 Vollzeitarbeitsplätze streichen. Dabei will das Unternehmen komplett auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten und stattdessen einen Teil der freiwerdenden Stellen nicht mehr besetzen. "Bis Ende des Jahrzehnts verlassen uns demografiebedingt mehr Mitarbeiter, als wir Stellen streichen wollen", erklärte Vorstandsmitglied Patric Fedlmeier, der maßgeblich am Zukunftsprogramm "Plan P" beteiligt ist. Dieses Programm beinhaltet nicht nur anvisierte Einsparungen und Ertragssteigerungen, sondern auch eine stärkere Digitalisierung des Geschäfts.

Im abgelaufenen Jahr ist die Provinzial Rheinland deutlich gewachsen. Die Beitragseinnahmen stiegen um 3,8 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Dies verdankt der Versicherer allerdings vor allem dem Plus in der Schaden- und Unfallversicherung (plus 5,2 Prozent mit den Schwerpunkten Kfz, Unfall und Wohngebäude), weniger der Lebensversicherung. Die hat zwar auch noch um 2,4 Prozent zugelegt, aber ausschließlich durch das von den Sparkassen bevorzugt vermittelte Einmalbeitragsgeschäft (plus 8,6 Prozent). Die Verträge mit laufenden Einzahlungen sind dagegen noch einmal um zwei Prozent geschrumpft. Im Neugeschäft beträgt dieses Minus sechs Prozent.

Trotz aller Probleme in der Sparte will die Provinzial an der klassischen Police mit Beitragsgarantien für den Kunden festhalten - auch nach der Absenkung des Garantiezinses auf 0,9 Prozent im kommenden Jahr. Allerdings werden Garantien schon heute teilweise modifiziert. Manche Kunden, die sich der Zinsproblematik bewusst seien, wollten in fondsgebundene Versicherungen wechseln, sagte Vorstandsmitglied Guido Schaefers. Auch diese würden mit Beitragsgarantien zwischen 75 und 100 Prozent angeboten. Was die Riester-Rente angeht, räumt Schaefers ein, dass Garantien ab dem kommenden Jahr faktisch nur noch für jene möglich seien, die bei Beginn ihrer Einzahlungen nicht älter als 35 Jahre seien.

Im Sachgeschäft haben zwei Unwetter den Versicherer rund 65 Millionen Euro gekostet. Die Sturmtiefs "Mike" und "Niklas" im März/April hätten Schadenaufwendungen von 21,5 Millionen Euro ausgelöst, für die von "Siegfried" verursachten Hagelschäden musste die Provinzial 43,8 Millionen Euro zahlen.

Quelle: RP
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