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Neue Datenerhebungen : Psychische Krankheiten lassen Zahl der Frührenten steigen

zuletzt aktualisiert: 30.12.2012 - 09:40

Berlin (RPO). Immer mehr Deutsche gehen wegen psychischer Krankheiten früher in Rente. Das geht aus Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor.

Einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge schieden 2011 rund 41 Prozent der Arbeitnehmer, die eine Erwerbsminderungsrente beantragten, wegen Depressionen, Angstzuständen oder anderen psychischen Erkrankungen vorzeitig aus dem Erwerbsleben aus. Das ist ein neuer Rekordwert. Im Jahr 2000 lag dieser Anteil bei 24 Prozent, bis 2010 war er bereits auf 39 Prozent angestiegen.

Psychische Erkrankungen sind demnach der häufigste Grund für ein unfreiwilliges vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf - vor Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen. Seit 2008 ist die Zahl der Arbeitnehmer, die wegen psychischer Erkrankungen vorzeitig in Rente gingen, laut DRV-Statistik von 57.400 auf 73.200 gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von 28 Prozent.

Frauen häufiger betroffen als Männer

Frauen sind laut dem Bericht deutlich stärker betroffen als Männer: 48 Prozent der Frauen, die arbeitsunfähig werden, sind demnach psychisch krank, während der Anteil bei Männern 32 Prozent beträgt. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, führt dies vor allem auf die "schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf in vielen Betrieben" zurück, die gerade Frauen seelisch krank mache.

Auch Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund DGB, macht für diese Entwicklung zunehmende "psychische Belastungen durch Hetze und Stress am Arbeitsplatz" verantwortlich. Diese seien "inzwischen so hoch, dass sie die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten gefährden".

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich angesichts dieser Zahlen alarmiert. "Wir müssen dazu lernen und handeln", sagte sie der Zeitung. Wenn das Thema in vielen mittelständischen Firmen noch wenig Beachtung finde, dann stecke dahinter "kein böser Wille, sondern eher Hilflosigkeit und Unwissen, was zu tun ist".

Die Ministerin kündigte an, sie wolle "Hand in Hand mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und Unfallkassen erarbeiten, welche Programme und Konzepte und konkreten Regeln Belegschaften wirksam vor psychischen Belastungen schützen können". Die Bundesregierung hatte Ende Dezember erstmals durch zwei Änderungen im Arbeitsschutzgesetz klargestellt, dass auch übermäßige psychische Belastungen am Arbeitsplatz ein Gesundheitsrisiko darstellen können.

Quelle: KNA/felt/das

 
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