Neue Details: Das müssen Sie zur Abwrackprämie wissen
VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 16.01.2009 - 14:26Düsseldorf (RP). Um die Konjunktur anzukurbeln und gleichzeitig alte, wenig umweltfreundliche Autos aus dem Verkehr zu ziehen, hat die Bundesregierung die sogenannte Abwrackprämie beschlossen. Wer seinen alten Wagen verschrottet, bekommt Geld für einen neuen. Immer mehr Details stehen fest.
13 Millionen Autos kommen für die Prämie in Höhe von 2500 Euro potenziell infrage. Jeder, der ein Auto verschrottet, das mindestens neun Jahren alt ist, hat grundsätzlich einen Anspruch auf eine Prämie in Höhe von 2500 Euro. Der Wagen muss mindestens ein Jahr lang selbst gefahren worden sein.
Die Abwrackprämie erhält, wer einen Neuwagen oder Jahreswagen erwirbt. Das Auto muss die Abgasnorm Euro 4 oder Euro 5 erfüllen. Das Altauto muss - um Missbrauch vorzubeugen - verschrottet werden. Nur wer eine Bestätigung des Autoverwerters oder Schrotthändlers mitbringt, hat einen Anspruch.
Die 2500 Euro werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausgezahlt. Die Behörde hat für interessierte Bürger unter 06196/908470 eine Telefon-Hotline freigeschaltet.
Die Regelung gilt nur für Zulassungen bis zum 31. Dezember. Mit der eingeplanten Summe von 1,5 Milliarden Euro können maximal 600.000 Prämien bezahlt werden. Wenn das Geld verteilt ist, ist Schluss.
Die Erwartungen der Autoindustrie sind von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich. Während Volumenhersteller mit ihren billigeren Fahrzeugen einen Absatzschub erwarten, gehen Premiumhersteller von einer eher begrenzten Wirkung aus.
Aus Industriekreisen war zudem zu hören, dass die Premiumhersteller häufig Geschäftswagen verkauften. Diese seien aber üblicherweise erst drei bis fünf Jahre alt, wenn ein neuer Wagen gekauft werde. In diesem Segment wirke sich die Abwrackprämie nicht aus. Zudem lebe die deutsche Autoindustrie zum größten Teil vom Export. Dort helfe die Abwrackprämie natürlich nicht.
Heftiger Streit ist darüber entbrannt, ob die Abwrackprämie die Kriminalität begünstigt oder nicht. Während Polizei und ADAC besorgt sind, dass mittels gefälschter Papiere Missbrauch betrieben wird, hält der Verband der Deutschen Autoindustrie die Gefahr aufgrund des elektronischen System beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) für überschaubar.
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