Trend zum Weitwinkel: Die neuen Kameras bei der IFA
VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 08:09Berlin (RP). Die Jagd nach noch mehr Pixel bei kompakten Digitalkameras scheint beendet. Mehr als 14 Millionen bietet kaum ein Modell, das auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin ab Freitag vorgestellt wird.
Mehr würde auch kaum noch Sinn machen, weil durch das baubedingte Rauschen des Chips die Bildqualität bei den Kompakten durch mehr Pixel nicht besser wird. Und jeder digitale Trick, mit einem Chip das Rauschen herauszurechnen, zerstört mehr Details, als das mehr an Auflösung bringt.
Dafür wollen die Hersteller nun mit anderen Werten punkten. Beispielsweise bei der Bedienung, 3 D-Bildern und der Brennweite. Jahrelang galten 38 Millimeter (umgerechnet auf das Kleinbildformat) fast schon als Standard – mit der Folge, dass man mehreren Gäste bei einer Feier in geschlossen Räumen nicht immer alle aufs Bild bekam. Das soll sich ändern.
Die Sony Cybershot DSC-WX5 beispielsweise bietet einen fünffachen optischen Zoom mit 24 Millimeter Weitwinkel und einem optischen Bildstabilisator. Sie kommt im September nach der IFA auf den Markt und wird 329 Euro kosten. Im Panorama-Modus soll sich auch 3 D-Fotos machen können.
Die Panasonic Lumix DMC-LX3 dreht das Megapixel-Rad noch etwas weiter zurück und löst Bilder mit zehn Millionen Bildpunkten auf. So soll das lästige Bildrauschen um bis zu 20 Prozent sinken. Dafür besitzt die Kamera ein Objektiv mit umgerechnet 24 bis 60 Millimeter Brennweite. Für 550 Euro soll sie im September auf den Markt kommen.
Die Samsung ST 100 bietet mit 35 Millimeter nicht ganz so viel Weitwinkel, dafür aber eine Auflösung von 14,2 Megapixeln. Und sie hat zwei Displays – eines auf der Vorderseite für Selbstporträts und eines als Kontrollbildschirm auf der Rückseite. Das hat eine Diagonale von 8,9 Zentimeter und eine Touchscreen-Bedienung, wie sie bei modernen Handys Standard ist. Im September kommt die Kamera für 399 Euro in den Handel.
Die Rollei Compactline 370 TSE richtet sich eher an Gelegenheits-Fotografen, die nicht viel Geld ausgeben wollen. Sie kostet 130 Euro und bietet dafür eine Auflösung von 14 Millionen Pixel. Den Weitwinkel-Bereich dehnt sie bis 28 Millimeter aus. Allerdings hat die Kamera einen digitalen Bildstabilisator, der in der Praxis optischen oder mechanischen Lösungen unterlegen ist.
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