EU-Regulierung: Ferien: Handy-Kosten sparen
VON CHRISTAN DICK UND REINHARD KOWALEWSKY - zuletzt aktualisiert: 30.06.2009 - 11:10Düsseldorf (RP). Zum 1. Juli müssen die Mobilfunker ihre Gebühren für Gespräche im EU-Ausland erneut senken – dank EU-Regulierung. Mit Sondertarifen lässt sich in der Urlaubszeit speziell für Vieltelefonierer noch mehr sparen.
All-Inklusive-Urlaub liegt im Trend, All-Inclusive-Telefonverträge inklusive Auslandsgesprächen gibt es noch nicht. Doch zum Glück kennen die Preise für Telefonate im Ausland nur eine Richtung: Nach unten. Dies bewirkt die harte Regulierung der Europäischen Union: Ab 1. Juli gelten in den 27 Mitgliedsstaaten so niedrige maximal erlaubte Tarife für dort telefonierende Personen aus anderen EU-Ländern wie noch nie. Abgehende Gespräche dürfen nur 51,7 Cent die Minute kosten, angenommene Gespräche maximal 22,61 Cent, der Versand einer SMS darf nur noch 13,09 Cent verschlingen.
Und als wichtiger Clou für Schnellredner wurde festgelegt, dass bei eingehenden Gesprächen ab der 31. Sekunde sekundengenau abgerechnet werden muss. "Sekundengenaue Taktung hat den Vorteil, dass der Kunde nur für die tatsächlich gesprochene Periode aufkommen muss und nicht für mehr Zeit", erklärt der Marktexperte Frank Rothauge von der Privatbank Sal. Oppenheim.
Dessen ungeachtet können Kunden mit Sondertarifen und einigen Tricks einiges an Geld sparen.
Wem nützen Sondertarife? Alle in der Tabelle beschriebenen Tarife sind insbesondere außerhalb der EU und für Vieltelefonierer interessant: Das Angebot Relax-Holiday von Marktführer T-Mobile erlaubt in den EU-Ländern und zwölf weiteren Staaten Gespräche für 0,33 Cent die Minute – immer noch das Dreifache eines günstigen Tarifes in Deutschland – doch als Gegenleistung sind zehn Euro an Mindestumsatz mit den Gesprächen im Ausland verpflichtend. Ähnlich die Logik bei "My Europe Top" von O2. Anders die Systematik bei den Sondertarifen von Vodafone und E-Plus: Wer das "Reiseversprechen" von Vodafone oder den "Reisevorteil-Plus" von E-Plus bucht, muss zwar keinen monatlichen Mindestumsatz einplanen und kann im Ausland zum selben Tarif wie hier plaudern, doch pro Gespräch sind 75 Cent Verbindungsgebühr fällig. Damit kosten kurze Telefonate viel Geld: je länger man spricht, umso günstiger ist die Minute.
Was machen Pre-Paid-Kunden? Sie profitieren auch von den grundsätzlich günstigeren Gebühren im EU-Ausland, müssen allerdings mitunter ihre Mobilfunkkarte für die Nutzung freischalten lassen. Da Pre-Paid-Kunden meistens eher selten telefonieren, lohnen sich die Sondertarife für sie weniger.
Wie nutze ich meine Mailbox? Anrufe hin zur Mailbox können zu einem Kostentreiber werden. Man sollte Freunden empfehlen, wichtige Anliegen per SMS zu senden – das Weiterleiten innerhalb der EU kostet den Empfänger nichts und die Antwort 13 oder neun Cent. Man sollte darauf achten, dass die Mailbox abgeschaltet wird oder dass jedes Gespräch in Deutschland auf der Mail-Box landet
Was sollten Langzeiturlauber tun? Sie sollten sich eine einheimische Mobilfunkkarte besorgen und sich auf ihr anrufen lassen. Anrufe auf spanische Mobilfunkkarten kosten beispielsweise per Call-by-Call von hier oft nur sieben Cent/Minute.
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