Was Analysten empfehlen: Die Suche nach den Perlen im Dax
VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 22.09.2006 - 14:31Düsseldorf (RP). Wenn man Analysten nach ihren Empfehlungen am Aktienmarkt fragt, sind „Blue Chips“ in der Regel dabei - Standardwerte, die bekannt sind. Mit diesen Aktien wird stark gehandelt, und deshalb sind die Schwankungen meist deutlich geringer als bei kleineren Papieren, wo schon geringe Käufe oder Verkäufe starke Kursbewegungen auslösen können.
Die Werte aus dem Deutschen Aktien-Index (Dax) gehören zu diesen Standardwerten Für sie interessieren sich auch große Private-Equity-Firmen (Blackstone bei der Telekom). Für sie stellt sich die gleiche Frage wie für Privatanlegerr: Was taugt im Dax, was weniger? Heiko Feber beispielsweise, Analyst im Anlagenmanagement beim Bankhaus Lampe, empfiehlt BASF, BMW und Eon.
BASF habe sich durch die Übernahme des US-Konzerns Engelhard neue Wachstumsmärkte geschaffen, könne höhere Rohstoffkosten zumindest teilweise an Kunden weitergeben und gleiche Kostensteigerungen zudem durch höhere Erträge im Öl-Gas-Geschäft aus;
BMW sei einer der profitabelsten Autobauer und habe sich zudem positiv im Bereich Finanzdienstleistungen entwickelt;
Eon habe eine hervorragende Marktstellung in Europa, sei günstig bewertet und profitiere von hohen Gas- und Strompreisen. Abraten würde Feber von Infineon (hoher Wettbewerbsdruck, schwache Aussichten, starker Euro) und TUI, das ebenfalls unter dem starken Wettbewerb leide und zudem bei Terror und Naturkatastrophen immer einer der ersten Werte ist, deren Kurse in den Keller gehen.
Infineon ist wegen der dünnen Luft am Speichermarkt auch für Wolfgang Albrecht, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg, kein lohnenswertes Investment - ebenso wenig wie Siemens, das die Probleme bei seiner IT-Tochter SBS nicht in den Griff bekomme. Albrecht rät eher zu den deutschen Versicherern, vor allem zur Münchener Rück, die ihre Produktivität deutlich erhöht habe, unterbewertet sei und davon profitiere, dass die „Hurrikan-Saison“ bisher vergleichsweise glimpflich abgelaufen sei.
Und zur Deutschen Telekom, dem großen Dax-Verlierer der vergangenen eineinhalb Jahre. „Die Aktie ist geradezu ausgebombt“, sagt Albrecht, was umgekehrt heißt: Sie ist mittlerweile so billig, dass sie bald eine Renaissance erleben könnte.
Bei Anlegern hoch im Kurs sind auch Aktien von Unternehmen, die angeblich vor der Übernahme durch Private-Equity-Fonds stehen. Autozulieferer Continental ist ein typisches Beispiel. Die Aktie der Hannoveraner hat nach Einschätzung von Experten Potenzial, weil weil ihr Geschäft mit elektronischen Sicherheitssystemen munter wächst - ein echter Zukunftsmarkt.
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