Tipps für Anleger: Nicht nur auf die Dividende schauen
VON JÜRGEN GAULKE - zuletzt aktualisiert: 03.01.2008Düsseldorf (RP). Aktien mit hoher Gewinnausschüttung scheinen derzeit besonders attraktiv. Die Dividendenzahlung sorgt für stabile Erträge in einem vermutlich eher unsicheren Börsenjahr 2008 und verringert die Sorgen, die starke Kursschwankungen ausgelöst haben.
Zudem sind Dividenden in diesem Jahr wegen der geplanten Einführung der Abgeltungsteuer zum letzten Mal gegenüber Zinsen begünstigt, da sie nur zur Hälfte versteuert werden müssen.
Doch Anleger sollten vorsichtig sein: Eine hohe Dividende allein ist noch kein Grund für ein Investment. Zunächst ist nicht die absolute Höhe der Ausschüttung entscheidend, sondern die so genannte Dividendenrendite. Diese Kennzahl gibt an, wie hoch die Ausschüttung gemessen am Aktienkurs ist.
Theorie: Spätestens wenn über die Gewinnausschüttung genauso viel zu verdienen ist wie über die Rendite einer Anleihe, dürfte der Aktienkurs den Boden gefunden haben. Manchen gilt eine hohe Dividendenrendite sogar als Zeichen für eine Unterbewertung.
Einige wichtige Punkte:
- Entscheidend ist nicht die üblicherweise herangezogene zuletzt gezahlte Dividende, sondern die zu erwartende Dividende. Häufig weisen vor allem Pleitekandidaten vor dem Absturz eine besonders attraktive Dividendenrendite aus. Der Grund: Der Aktienkurs leidet unter der drohenden Insolvenz, was die Rendite nach oben treibt.
- Viele Unternehmen halten ihre Dividende auch in schlechten Zeiten bewusst stabil, um ihre Investoren nicht zu verschrecken. So kann gerade bei dividendenstarken Unternehmen eine stabile Dividende eine schlechte Unternehmensentwicklung kaschieren. Prominentestes Beispiel hierfür ist die Deutsche Telekom. Zudem zahlen manche Unternehmen ihre Dividende nicht aus erzielten Gewinnen, sondern teilweise aus dem Eigenkapital, was den Aktienkurs belastet und damit die Gesamtrendite schmälert.
- Selbst eine hohe Dividendenrendite ist kein Schutz vor Verlusten, wie die Schwankungen am Aktienmarkt zeigen. Eine Dividendenrendite von rund fünf Prozent bei Dax-Unternehmen kann durch einen Kurssturz von 20 oder 30 Prozent schnell aufgefressen werden.
- Weitaus sinnvoller als die Dividendenrendite ist die Kennzahl Gewinnrendite (beispielsweise Jahresüberschuss plus Abschreibungen, geteilt durch Aktienkurs).
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