Realzinsanleihen: Keine Angst vor Inflation
VON JÜRGEN GROSCHE - zuletzt aktualisiert: 28.04.2006 - 05:22Inflation kostet Kaufkraft. Früher mussten Anleger bei festverzinslichen Anlagen diesen Schwund hinnehmen, heute können sie sich dagegen schützen – nämlich durch Realzinsanleihen mit eingebautem Inflationsschutz. Neben dem Schutz vor Kaufkraftverlust haben die Anleihen aber noch weitere Vorteile.
Der Markt für inflationsgeschützte Realzinsanleihen existiert schon seit 1997. Jedoch waren private Anleger bisher wenig an dieser Anlageform interessiert. "Vielleicht liegt es daran, dass es bei Privatanlegern noch einiger Aufklärungsarbeit bedarf. Denn die Vorteile liegen auf der Hand: Die Anleihen schwanken weniger im Wert als normale Rentenpapiere und haben außerdem noch Inflationsschutz", sagt Jörg Warncke, Fondsmanager bei Union Investment.
Das Prinzip ist relativ einfach: Realzinsanleihen haben einen Coupon und eine Rückzahlung, die beide mit der Inflation anwachsen und damit einen Ausgleich bewirken. "Im Unterschied zu normalen Anleihen erfolgt der Inflationsschutz automatisch. Der Anleger weiß also schon beim Kauf, wieviel sein Vermögen am Ende einmal wert sein wird", so Warncke. Möchte der Anleger vorzeitig an sein Geld, sei auch dies kein Problem, denn der Inflationsschutz besteht bis zur Veräußerung der Anleihe.
Risikominimierung des Gesamtportfolios
Der Inflationsschutz hat noch eine weitere interessante Eigenschaft. So senken Realzinsanleihen zusammen mit den klassischen Anlagen wie Aktien, Renten und Immobilien das Risiko des Gesamtportfolios. Denn steigt die Inflation, fallen bei konventionellen Anleihen die Kurse. Inflationsgeschützte Anleihen hingegen sind von diesen Schwankungen nicht betroffen.
Das dynamische Wachstum von Realzinsanleihen wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Daher hat Union Investment als erste deutsche Fondsgesellschaft mit dem UniEuroRenta Real Zins einen Fonds aufgelegt, der mindestens zwei Drittel des Fondsvermögens in Anleihen anlegt, die an eine Inflationsrate gekoppelt sind. So können Anleger ihr Kapital gegen Inflation schützen und ihr reales Anlage- oder Sparziel zuverlässig ansteuern.
Beispiel: Ein Anleger möchte in 20 Jahren ein Vermögen mit der jetzigen Kaufkraft von 20.000 Euro haben. Um dies zu erreichen, kann er heute 14.000 Euro in eine Realzinsanleihe entsprechender Restlaufzeit mit einer Realverzinsung von 1,8 Prozent anlegen. Oder er investiert das Geld in eine konventionelle Anleihe mit 20 Jahren Restlaufzeit. Diese müsste dann aber eine Verzinsung von 4,0 Prozent erzielen – sofern die durchschnittliche jährliche Inflation 2,2 Prozent nicht übersteigt. Doch das ist keinesfalls sicher. Denn in der Eurozone stieg die Inflation in den letzten beiden Jahren von 1,6 auf aktuell 2,3 Prozent.
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