Viele Blüten: Kippen, Fühlen, Sehen: So prüft man Geldscheine
zuletzt aktualisiert: 19.07.2005 - 08:16Mainz/Frankfurt/Main (rpo). Wegen der ständig steigenden Zahl falscher Euro-Geldscheine sollten Banknoten immer aufmerksam geprüft werden. Dazu stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung: kippen, fühlen und anschauen. Der beliebteste Schein für Fälschungen ist übrigens die 50-Euro-Note.
Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt wurden im ersten Halbjahr 2005 insgesamt 293.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen, 6.000 mehr als im zweiten Halbjahr 2004.
Zuerst sollte der Verbraucher nach Angaben der Falschgeldstelle der Bundesbank den "Kipptest" machen: 5-, 10- und 20-Euro-Scheine haben rechts einen silbrigen Folienstreifen, der beim Kippen im farbigen Wechselspiel mehrfach das Eurosymbol oder die Wertangabe zeigt. Auf der Rückseite des Scheins wird beim Kippen ein goldfarbener Streifen sichtbar, auf dem sich das Eurosymbol und die Wertangabe mehrfach absetzen.
50-, 100-, 200- und 500-Euro-Scheine sind den Angaben zufolge statt des Streifens rechts unten mit einem kleinen Hologramm bestückt, das beim Kippen entweder das Architekturmotiv der Note oder die Wertangabe zeigt. Auf der Rückseite wechselt die große purpurrote Wertangabe beim Kippen ihre Farbe in Olivgrün oder Braun.
In ganz Europa entfielen nach der aktuellen EZB-Statistik 62 Prozent aller falschen Banknoten auf 50-Euro-Scheine, in Deutschland sogar 67,1 Prozent. Am zweithäufigsten wuren 20-Euro-Scheine (16 Prozent) gefälscht, am dritthäufigsten 100-Euro-Noten (9 Prozent).
Über Vermerk streichen
Beim "Fühltest" sollten Verbraucher mit den Fingern über den Urheberrechtsvermerk am oberen Rand des Scheins streichen. Die fünf Abkürzungen der Europäischen Zentralbank in den Amtssprachen sowie die große Wertzahl rechts daneben lassen sich der Bundesbank zufolge deutlich fühlen. Bei vielen Fälschungen sind diese Schriftzüge flach und nicht fühlbar.
Beim "Sehtest" schließlich gilt für alle Scheine: Gegen das Licht gehalten, erscheinen Wertangabe und Architekturmotiv als Wasserzeichen. Außerdem gibt es auf echten Banknoten etwa in der Mitte einen senkrechten dunklen Sicherheitsfaden, auf dem mehrfach die Wertangabe in heller Schrift abzulesen ist. Bei Fälschungen sind die Wasserzeichen oft nur aufgedruckt und weisen harte Konturen auf. Ein falscher Sicherheitsfaden wirkt häufig blass und hat oft keine helle Beschriftung.
Wer eine "Blüte" erkennt, sollte die Polizei benachrichtigen, denn auch die Weitergabe ist strafbar. Der Verbraucher erhält für eingereichte Fälschungen eine Quittung, allerdings keinen Ersatz.
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