Stiftung Warentest: Kochschinken nur Mittelmaß
VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 27.07.2007Düsseldorf (RP). Die Stiftung Warentest hat die gängigsten abgepackten Kochschinken verglichen. Die meisten fielen durch unangenehme Bakterien auf, weil Kochschinken eigentlich gar keine Vorratsware ist.
Das typische Kochschinken-Gefühl: Nach dem Aufreißen der Packung wundert man sich kurz über den mal wässrigen und mal regenbogenfarbenen Glanz der Ware. Dann unterdrückt man die Frage, was genau eigentlich „Formfleisch“ bedeutet. Schließlich zieht man die oberste, unangenehm haftende Scheibe hinter der Folie hervor, legt sie aufs Brötchen – und vertraut der deutschen Lebensmittelüberwachung.
Bei abgepackten Kochschinken, deren meistverkaufte Sorten die Stiftung Warentest für ihre heutigen Ausgabe getestet hat, ist die Skepsis in der Regel berechtigt. Zwar versprechen die Packungen gerne „Delikatess Kochhinterschinken“, „Premium-“ oder „Spitzenqualität“, aber das Produkt ist bestenfalls Mittelmaß. Die Fleischqualität der meisten rosa Scheiben war zwar durchaus hoch, aber in fast allen tummelten sich ziemlich viele Keime.
Die meisten davon waren typische Verderbniskeime, bei sieben der getesteten Produkte hatten sie sogar bereits zu saurem Geruch oder Geschmack geführt. Im Schinken von Netto fand sich neben Unappetitlichem auch noch Gefährliches: Listerien, eine Bakterienart, die bei Babys, Schwangeren und alten Menschen Erkrankungen auslösen können.
Verantwortlich dafür könnten eine falsche Lagerung oder eine unterbrochene Kühlkette sein, so die Warentester. Denn Kochschinken ist eigentlich gar kein Vorratsprodukt, obwohl es als solches vermarktet wird. „Das Mindesthaltbarkeitsdatum gaukelt eine bis zu 33 Tage lange Haltbarkeit vor, die schwer zu garantieren ist“, warnen die Tester.
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