Stiftung Warentest: Matratzen: Nur zwei sind gut
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 23.10.2009 - 10:02Düsseldorf (RP). Die Stiftung Warentest hat verschiedene Taschenfederkernmatratzen nach verschiedenen Kriterien untersucht. Die Ausbeute an "guten" Exemplaren lässt dabei zu wünschen übrig.
Wie man sich bettet, so liegt man. Das besagt ein Sprichwort. Schenkt man ihm Glauben, so liegen die Deutschen eher mittelmäßig, wie aus einem Test der Stiftung Warentest hervorgeht.
Überprüft wurden Taschenfederkernmatratzen, die Hersteller oft üppig anpreisen, die aber selten halten, was sie versprechen. Lediglich zwei Matratzen, Hülsta Top Point 4000 für 700 Euro und Diamona Compact Plus für 600 Euro, schnitten mit dem Testurteil "gut" ab. Fünf Matratzen erreichten ein "befriedigend" und zwei ein "ausreichend".
Beim Test zeigte sich, dass man die Güte der Schlafstatt nicht unbedingt am Preis ablesen kann, da es sich auf billigeren Taschenfederkernmatratzen oft sogar besser schlafen ließ. Stiftung Warentest bezeichnete es deshalb als "ärgerlich", dass Kunden im guten Glauben viel Geld für überzogene Versprechungen ausgäben.
Mehr Infos unter www.test.de
Taschenfederkernmatratzen bestehen aus kleinen, zylindrischen oder tonnenförmigen Stahlfedern, die einzeln in miteinander verbundenen Vliessäckchen eingeschweißt sind. Die Modelle im Test enthielten zwischen 360 und 882 solch kleiner Federpäckchen. Die Stofftaschen dämpfen die Federkraft. Taschenfederkerne schwingen deshalb normalerweise weniger unangenehm nach als unverpackte, billige Bonellfedern.
Die Angabe der Härtegrade der Matratzen bezeichnete die Stiftung Warentest als "verwirrend". Die Härte einer Matratze biete laut Stiftung Warentest keinerlei Orientierung, da jeder Anbieter den Härtegrad kennzeichnen könne, wie er wolle. Richtige Vergleichsmöglichkeiten biete lediglich das Probeliegen, das die Stiftung jedem Kunden empfiehlt. Dafür gibt es einige Tipps. So sollten sich Kunden beim Probeliegen ruhig hin und herwenden, sich aufsetzen und wieder hinlegen und so erspüren, ob sich die Matratze in allen Lagen gut anfühlt.
Als "erfreulich" bezeichnete die Stiftung Warentest die Ergebnisse der Schadstoffprüfung. In Bezügen, Polstern und Kernen fanden die Tester nichts Ungewöhnliches. Lediglich die MFO ProLife Medic dünstete anfangs krebsverdächtiges Dichlorbenzol aus. Nach dem Auspacken hatte es sich nach 24 Stunden größtenteils verflüchtigt.
Lästig sei bei allen Matratzen jedoch ein starker Eigengeruch gewesen. Fast alle von der Stiftung getesteten Modelle müffelten noch vier Wochen nach dem Auspacken unangenehm süßlich, nach Gummibärchen oder stechend. Die Stiftung rät zum ausgiebigen Lüften – damit der Gestank einem nicht den Schlaf raubt.
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