kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Ohne Öl und Gas: Alternative: Pelletanlagen

zuletzt aktualisiert: 27.11.2005 - 15:00

Mannheim (rpo). Holz ist ein nachwachsender Rohstoff der bei den steigenden Öl und Gaspreisen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Als traditioneller Brennstoff gewinnt er wieder neue "Freunde". Grund genug, sich einmal über die alternativen Heizformen mit Holz zu informieren. Eine Möglichkeit sind sogenannte Pelletanlagen.

"Die Nachfrage nach Pelletanlagen ist im Vergleich zum Vorjahr um 35 bis 40 Prozent gestiegen", sagt Joachim Fischer, Geschäftsführer des Deutschen Energie-Pellet-Verbandes (DEPV) in Mannheim. Einen ähnlichen Trend beobachtet Michael Toplak von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft (AdK) in St. Augustin (Nordrhein-Westfalen): "Im vergangenen halben Jahr ist die Nachfrage nach Öfen um ein Viertel gestiegen."

Mit Holz lassen sich nicht mehr nur einzelne Räume heizen: Bei den modernen Kachelöfen kann die Wärme in die Zentralheizung eingespeist werden. Selbst wenn der Ofen in Wohnzimmer steht, heizt er Bad, Küche oder Schlafzimmer mit. Einige Kachelöfen können auch mit Solaranlagen kombiniert werden. Von März bis Oktober reiche die Leistung der Solarkollektoren meist aus, so der AdK. Bei schlechtem Wetter und im Winter liefere der Ofen die benötigte zusätzliche Wärme.

Voraussetzung ist ein Schornstein

Öfen und Pelletheizsysteme lassen sich nachträglich in ein Haus einbauen. Voraussetzung dafür ist ein funktionierender Schornstein, der bei Bedarf nachgerüstet werden kann. "Die vorhandenen Heizkörper lassen sich weiter nutzen", erklärt Toplak.

Bei Holzpelletanlagen werden die Heizkessel im Keller installiert und automatisch mit den Pellets bestückt. Die Verbraucher müssen also kein Brennmaterial nachlegen. "Das funktioniert praktisch wie eine Ölheizung", erklärt Thomas Bernhard, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Pellets sind reines Naturprodukt

Die Pellets werden aus getrocknetem Naturholz ohne die Zugabe von chemischen Bindemitteln gepresst. Für die Herstellung werden so genannte Sägenebenprodukte wie Sägemehl oder Hobelspäne benutzt, erklärt der DEPV. Ein Kilogramm Pellets hat den gleichen Heizwert wie ein halber Liter Heizöl. Die Presslinge werden mit einem Tankwagen angeliefert und in einem Tank oder einem Raum im Keller gelagert. Von dort kommen sie über ein Versorgungsrohr automatisch in den Heizkessel.

Der Brennstoff selbst ist vergleichsweise günstig. Eine Tonne Pellets kostet laut DEPV durchschnittlich rund 170 Euro. Je nach Verbrauch lasse sich damit rund ein Vierteljahr heizen. Zum Vergleich: Für 500 Liter Heizöl - dem Äquivalent zu einer Tonne Pellets - muss der Verbraucher zurzeit rund 330 Euro bezahlen.

Hoher Anschaffungspreis

Der Nachteil der Pelletanlagen sind die hohen Anschaffungskosten. Ein Komplettsystem schlägt nach DEPV-Angaben im Durchschnitt mit rund 10.000 Euro zu Buche. Der Bund bezuschusse die Anlagen mit rund 1.700 Euro. Udo Peters, ebenfalls Energieberater bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, hält die Anlagen trotzdem für eine lohnende Investition: "Sie müssen über 20 Jahre rechnen, so lange halten die Kessel durchschnittlich. Bei der Entwicklung der Öl- und Gaspreise rechnet sich das."

Die Pelletsysteme können sich nicht nur in finanzieller Hinsicht lohnen, sie stellen auch eine umweltfreundliche Heizalternative dar. "Da Holzpellets nicht behandelt sind, verbrennen sie schadstoffarm", erklärt Peters. Das Verfeuern von Holz sei "CO2-neutral", das heißt, dass dabei genau die gleiche Menge an Kohlendioxid frei wird, die der Baum im Laufe seines Lebens gebunden hat.

Keine Abfälle verfeuern

Das gilt in gleichem Maße bei Scheiten für den Ofen. "Allerdings sollte nur luftgetrocknetes Holz verfeuert werden", empfiehlt der Energieberater. Alte Tageszeitungen, behandeltes Holz oder Abfälle hätten dagegen im Feuer nichts verloren. "Das belastet die Umwelt, stinkt und stört die ganze Nachbarschaft."

Wer langfristig seine Energiekosten senken möchte, sollte nicht nur über alternatives Heizen nachdenken, sondern auch den Verbrauch senken. Denn jedes Grad überflüssige Heiztemperatur kostet rund sechs Prozent mehr Energie, rechnet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor. Die Energiekosten lassen sich außerdem durch Dämmstoffe senken. "Eine gute Altbausanierung hilft häufig, mehr als 50 Prozent der Kosten einzusparen", erklärt Energieberater Peters.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Schweiz nimmt Großbanken ins Visier

Verdacht der Zins-Manipulation

Schweiz nimmt Großbanken ins Visier

Zwölf bedeutende internationale Geldinstitute - unter ihnen die Deutsche Bank - sollen die Interbankzinsen manipuliert haben. mehr 

Gazprom drosselt Lieferung in die EU

Eiseskälte erhöht den Gasbedarf

Gazprom drosselt Lieferung in die EU

Mitten in der Kältwelle fährt der russische Energiekonzern Gazprom seine Gaslieferungen in ... mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Verdacht der Zins-Manipulation

Schweiz nimmt Großbanken ins Visier

Eiseskälte erhöht den Gasbedarf

Gazprom drosselt Lieferung in die EU

Drogeriekette wird wieder beliefert

Schlecker-Regale sind wieder voll

Internet-Branche profitiert

Facebook-Börsengang treibt Aktien

Videos

Mönchengladbach nach dem Rockerbanden-Streit

Nach der Auseinandersetzung zweier Rockerclubs in der Mönchengladbacher Altstadt laufen die Ermittlungen der Polizei an. Bisher gab es ... mehr 

Nasa-Video zeigt: Erde wird immer wärmer

Die Klimaerwärmung geht unvermindert weiter. 2011 war das neuntwärmste Jahr seit Messbeginn im Jahr 1880. Ein Video der NASA zeigt ... mehr 

THEMEN RATGEBER
Bilderserien Ratgeber
Tipps zum Schutz vor Skimming
Tipps zum Schutz vor Skimming
Die Masche ist fast immer die Gleiche: Beim .. mehr 
 
Tipps zum Schutz vor Skimming
Tipps zum Schutz vor Skimming
Die Masche ist fast immer die Gleiche: Beim ..
mehr 
Die Geschichte der D-Mark
Die Geschichte der D-Mark
54 Jahre lang, von ihrer Einführung im Juni ..
mehr 
In Euro: Was Ihnen die Steuerreform bringt
In Euro: Was Ihnen die Steuerreform bringt
Die Koalition will die Steuern senken. Sechs ..
mehr 
Die erhöhten Bahnpreise ab 11.12.2011
Die erhöhten Bahnpreise ab 11.12.2011
Bahnfahren wird bald wieder teurer. Zum 11. ..
mehr 
Worauf Sie beim Heizölkauf achten sollten
Worauf Sie beim Heizölkauf achten sollten
Heizöl ist 2011 deutlich teurer als in den ..
mehr 
Die zehn meistgetesteten Produkte 2011
Die zehn meistgetesteten Produkte 2011
Handys werden besonders gerne getestet. Am ..
mehr 
Die Pflegestufen im Überblick
Die Pflegestufen im Überblick
Pflegestufen-Übersicht: Bei Versicherten in ..
mehr 
Vergleich: Kosten für Fertiglebensmittel und Hausgemachtes
Vergleich: Kosten für Fertiglebensmittel und Hausgemachtes
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Kosten ..
mehr 
 

Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Weitere Ratgeber-Themen
Das-Einkommensranking-fuer-die-Region_1_58346.jpg

Bundesfinanzhof

Steueridentifikationsnummer ist rechtens

Die Steueridentifikationsnummer verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Auch die damit verbundene Speicherung von Daten beim Bundeszentralamt für Steuern ist mit der Verfassung vereinbar. mehr 

 
 
 

Sparer profitieren vom Banken-Wettbewerb

Tagesgeld bringt die meisten Zinsen

 
 

Finanzmarktexperten sind optimistisch

Gute Aussichten für 2012

 

Gezielte Vorbereitung wichtig

Auch Online-Bewerbungen haben ihre Tücken

 

Mietrechts-Tipp der Woche

Das Hausrecht liegt beim Mieter

Top-Services
 
RP Wirtschaft

Das Nachrichtenportal für die lokale Wirtschaft

Platzhalter Wirtschaft Konjunktur ddp 2010

Alle Wirtschaftsnachrichten für das nördliche Rheinland auf einen Blick finden Sie hier mehr