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Blütenpracht im Winter: Christrosen - Hingucker in der kalten Jahreszeit

zuletzt aktualisiert: 22.11.2005 - 08:59

Glandorf/Bonn (rpo). Im Winter sieht der Garten meist recht kahl aus. Den meisten Blumen ist es zu kalt zum Blühen. Die Christrose jedoch ist in dieser Hinsicht nicht so empfindlich: Den ganzen Winter über können Christrosen den Garten schmücken. In unterschiedlichen Farben und mehr als 15 Arten sind die äußerst robusten und pflegeleichten Pflanzen ein Highlight in jedem winterlichen Garten.  

Die Christrose, auch Schwarze Nieswurz oder Eberwurz genannt, eröffnet im Dezember mit ihren dezenten cremeweißen, zum Teil rosafarbenen oder grünlichen, glockenförmigen Kelchen den Blütenreigen. "Für mich ist die Christrose der Inbegriff alles Schönen und Unschuldigen, was es gibt", sagt Josef Heuger, Gartenbautechniker und Helleborus-Züchter aus Glandorf im Teutoburger Wald. Der Legende nach haben sich die Tränen von himmlischen Prinzessinnen bei ihrem Auftreffen auf die Erde in die Blütensterne der Christrosen verwandelt.

Auch ohne solche Interpretation gelten Christrosen als Symbol der Hoffnung. Schließlich trotzen sie selbst dem Frost. "Sie sind ein Lichtblick in der düsteren Jahreszeit", unterstreicht Claudia Göltz von der Centralen Marketing-Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft (CMA) in Bonn. "Die ersten Blüten im Garten werden mit viel mehr Aufmerksamkeit und Liebe wahrgenommen wie die Blütenfülle im Hochsommer."

Durch geschickte Art-Kombination lässt sich der Garten von Oktober bis April mit Helleborus-Stauden verschönern. Auf die Christrosen folgen im Februar und März Arthybriden wie Helleborus ericsmithii und Helleborus nigercors und vor allem jene Kreuzungen, in denen Helleborus orientalis aus dem Kaukasus, der Türkei und Griechenland eine Rolle spielt, die so genannten Lenzrosen. "Diese Hybriden beherrschen derzeit den Markt. Sie sind hervorragende, ausdauernde und pflegeleichte Gartenstauden", betont Züchter Heuger.

Der Lieblingsplatz der Christrose

Vorausgesetzt, sie haben einen geeigneten Standort: "Alle Helleborus-Pflanzen lieben humose, auch lehmige Böden. Nur Staunässe muss absolut vermieden werden", warnt Heuger. Der ideale Platz ist unter einem Laub abwerfenden Gehölz. "Das garantiert im Sommer Halbschatten und im Winter genug Licht", erklärt Gärtnermeister Helge Förster aus Kamp-Lintfort bei Duisburg. "Außerdem verbessert das Laub den Humus-Gehalt des Bodens." Stark wuchernde Nachbarn wie Funkien sollten vermieden werden. Bei der Standortwahl gilt es auch zu bedenken, dass Helleborus-Pflanzen giftig sind.

"Solange der Boden noch offen ist, ist genau der richtige Zeitpunkt, Christrosen und Lenzrosen zu pflanzen, so dass sie bereits an Weihnachten und im zeitigen Frühjahr blühen", rät CMA-Expertin Göltz. Am Pflanztag sollte es nicht zu trocken und zu kalt sein.

Im Topf auf Terasse oder Balkon

Auch in einem Kübel oder in einer Pflanzschale kommen Christrosen und Co. gut zur Geltung. Dort lassen sie sich besonders gut mit Gräsern kombinieren. "Am besten sind die filigranen Schönheiten an einem exponierten Platz aufgehoben, wo sie auch vom Haus aus gut gesehen werden können - zum Beispiel auf der Terrasse oder dem Balkon", schlägt Göltz vor.

"In der Weihnachtszeit werden blühende Christrosen gerne im Topf in die Wohnung geholt", erläutert Heuger. "Das ist nicht ideal, aber möglich. Je kühler der Raum, umso besser." Erst nach der Frostperiode sollten die Pflanzen dann ins Freie gelangen.

Gesund alt werden

In punkto Pflege ist die Christrose etwas anspruchsvoller als ihre Verwandten. "Früher oder später wird jede Christrose von der Schwarzfleckenkrankheit bedroht", warnt Züchter Heuger. Er empfiehlt, befallene Blätter ein- bis zweimal im Jahr zu entfernen. Bei den Lenzrosen sollte das gesamte Laub abgeschnitten werden, sobald die Knospe sichtbar ist. Wenn die Stauden möglichst ungestört und ohne Standortwechsel wachsen können, belohnen sie dies mit langjährigem Blütenreichtum: Sie können 25 und mehr Jahre alt werden.

Wasserschale statt Blumenvase

Als Schnittblumen sind Helleborus-Pflanzen weniger geeignet. "In der Vase halten sich Christrosen etwa eine Woche - vorausgesetzt, das Wasser wird alle zwei bis drei Tage gewechselt und die Stiele wurden richtig angeschnitten", erläutert Harald Wenk, Präsident des Fachverbandes Deutscher Floristen Rheinland-Pfalz. Richtig - das heißt, dass der Stil zunächst gerade abgeschnitten wird. Dann wird die Pflanze auf den Kopf gestellt und in die Unterseite des Stieles ein Kreuz geritzt.

Bei den Orientalis-Arten hilft auch diese Mühe allerdings wenig: "Ihre Stile sind zu lang und nicht stabil genug für eine Vase", warnt Gärtnermeister Förster. Alternativ werden die bunten Blütenschönheiten einfach abgeknipst und als Schwimmblüten in eine Wasserschale gelegt. "Das entspricht ihrer schlichten Eleganz auch viel eher als ein großer Strauß", unterstreicht Heuger.

Quelle: gms

 
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