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Förderung fällt: Eigenheimzulage: Nur keine Torschlusspanik!

zuletzt aktualisiert: 15.11.2005 - 16:31

Berlin/Düsseldorf (rpo). Immer wieder stand sie in der Diskussion, jetzt ist endgültig Schluss: Die Eigenheimzulage fällt zum 1. Januar 2006 weg. Wer die Förderung noch mitnehmen will, muss bis zum 31. Dezember 2005 einen Kaufvertrag unterschrieben oder einen Bauantrag gestellt haben. Jeder, der ab dem 1. Januar 2006 kaufen oder bauen will, muss neu rechnen, weil er selbst mehr Geld aufbringen muss.

Allerdings: Noch rechtzeitig einen Bauantrag einzureichen, werde rein praktisch allerdings in vielen Fällen gar nicht mehr möglich sein, sagt Stefan Diepenbrock, Sprecher des Eigentümerverbandes Haus und Grund in Berlin. "Wir empfehlen auch keinen planlosen Ansturm auf die Eigenheimzulage, wenn die Finanzierung noch gar nicht steht." Ähnlich sieht das Thomas Bieler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf: "Wer bisher noch nicht an Bauen gedacht hat, für den ist der Zug abgefahren."

Ohnehin ist den Experten zufolge von einer Kalkulation, bei der es ohne Eigenheimzulage nicht geht, schlicht abzuraten: "Wer sich ein Haus nur mit der staatlichen Förderung leisten kann, dem sagen wir: Lass' die Finger davon", sagt Bieler. Schließlich gehe es beim Immobilienkauf in der Regel um eine Investition über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten und um einen Batzen Geld.

Markt wird sich entspannen

Die Eigenheimzulage macht dagegen nur einen Bruchteil der durchschnittlichen Kaufsumme aus. Bisher war nach Angaben des Ministeriumssprechers bis zu einer festgelegten Einkommens-Obergrenze mit einem Fördergrundbetrag von 1250 Euro pro Jahr zu rechnen, der für maximal acht Jahre gezahlt wird. Hinzu kamen 800 Euro pro Kind. Eine vierköpfige Familie durfte also bisher mit 22 800 Euro rechnen.

"Der Wegfall von Steuervorteilen macht viele Betroffene blind und reizt zum Run auf den Schlussverkauf", kritisiert Bieler. Gerade bei Immobilien sei Torschlusspanik allerdings unvernünftig: "Wenn jetzt ganz viele noch kaufen wollen, versucht die Immobilienbranche, ihre Ladenhüter loszuwerden." Auch aus anderen Gründen könne es sich auszahlen, nichts zu überstürzen: "Der Markt wird sich entspannen. Es kann taktisch durchaus besser sein, noch zu warten." Auf diese Weise lasse sich die wegfallende Eigenheimzulage möglicherweise mehr als kompensieren.

"Neujahrsfalle" beachten

Denn bisher haben viele Immobilien-Verkäufer die Eigenheimzulage nach Einschätzung des Experten "eingepreist" - sprich: schlicht draufgeschlagen. Auch nach Einschätzung von Verbandssprecher Diepenbrock sind sinkende Preise ein zu erwartender Effekt. Die Größenordnung sei allerdings noch nicht abzuschätzen. Hinzu komme, dass die regionalen Unterschiede groß sein können, gibt Diepenbrock zu bedenken. Beim Immobilienkauf ist auch künftig der genaue Preisvergleich deshalb unverzichtbar.

Wer wild entschlossen ist, noch dieses Jahr ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, der sei vor der "Neujahrsfalle" gewarnt: "Wenn man 2005 kauft und erst 2006 einzieht, gibt es für das erste Jahr keine Förderung mehr", erläutert Verbraucherschützer Thomas Bieler - denn die Zulage wird erst gezahlt, wenn die Immobilie von dem Betreffenden selbst genutzt wird.

In dem Fall werden nur sieben statt sonst acht Jahre gefördert - bares Geld, das dann verloren geht. Gegebenenfalls lasse sich jedoch im Kaufvertrag regeln, dass "der Besitz und alle Lasten Nutzungen und Gefahren" erst im neuen Jahr auf den Käufer übergehen. Dann gibt es die Eigenheimzulage noch für den gesamten Förderungszeitraum - nach bisherigem Stand zum letzten Mal.

Quelle: gms

 
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