Große Vielfalt: Teppiche: Warm, flauschig, schalldämmend
zuletzt aktualisiert: 19.10.2005 - 06:30Berlin (ddp). Lange war der Teppich der liebste Bodenbelag in Wohnungen. Dann kamen Laminat oder Parkett, und haben Teppiche aus vielen Wohnungen verbannt. Dabei hat die weiche Konkurrenz einige Vorteile: Teppiche sind flauschig, warm und schlucken Geräusche. Außerdem sind sie vergleichsweise günstig.
Das Teppichangebot ist zudem üppig. "Ein sorgfältig ausgewählter Teppich kann durch vielseitige Materialien, Farben und Designs zum persönlichen Wohlbefinden beitragen", urteilt Ralf Schmidt-Pleschka, Umweltexperte der Verbraucher Initiative in Berlin. Doch worauf kommt es bei der Auswahl an? Und sind Teppiche nicht mit gesundheitsgefährdenden Belastungen für die Raumluft verbunden?
"Jeder Boden kann Schadstoffe enthalten und diese über kurz oder lang an die Raumluft abgeben", betont Schmidt-Pleschka. Um mögliche Gesundheitsgefahren auszuschließen, heißt es daher: genau informieren. Orientierung bieten Gütezeichen, die über Verwendungsmöglichkeiten und Schadstoffe informieren.
Auf Gütesiegel achten
Am weitesten verbreitet und Schmidt-Pleschka zufolge empfehlenswert sind derzeit das von der Europäischen Teppich-Gemeinschaft verliehene "ETG-Teppich Siegel" und das Zeichen "Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden (GuT)".
Produkte mit dem GuT-Siegel sind auf Schadstoffe überprüft. Wer sie kauft, geht sicher, dass bestimmte gesundheitsgefährdende Substanzen wie Blei oder Cadmium im gewählten Produkt nicht nachweisbar sind. Für andere Schadstoffe gelten Grenzwerte, die nicht überschritten werden.
Das ETG-Teppich Siegel ist weitergehend. Es gibt über das GuT-Prüfzeichen hinausgehende zusätzliche Hinweise zur Eignung und Langlebigkeit des Teppichs - wie etwa Strapazierfähigkeit oder Eignung für Fußbodenheizungen.
Unterschied zwischen lang- und kurzflorig
Grundsätzlich werden lang- und kurzflorige Teppiche wahlweise aus Natur- oder Kunstfaser unterschieden. Während die langfaserigen besonders weich sind, eignen sich die kurzflorigen besonders gut für arg strapazierte Böden, wie beispielsweise in Kinderzimmern. Der Haken bei Naturfasern: "Sie sind fast immer mit Pestiziden behandelt", warnt der Fachmann.
Kunstfaserteppiche sind bei Verbrauchern gefragt, ihr Marktanteil liegt bei rund 90 Prozent. Dabei waren sie lange verpönt, weil sie als gesundheitsbedenklich galten. "Wenn Schadstoffe entweichen, kommen sie heute meist nicht aus dem Flor, sondern aus dem Rücken oder dem Klebstoff", erklärt Schmidt-Pleschka.
Mit Blick auf eine mögliche Freisetzung von Schad- und Geruchsstoffen empfiehlt der Fachmann Textilrücken. Das Problem: Sie bieten einen geringeren Gehkomfort und haben schlechtere Dämmeigenschaften als die schaumige Alternative. Durch das Unterlegen von Wollfilzmatten lassen sich diese Nachteile jedoch wieder ausgleichen.
Alternative für Allergiker
Übrigens: Selbst für Allergiker sind die weichen Flore oft eine sinnvolle Alternative zu Fliesen, Laminat oder Parkett, da sie Staub und damit auch andere Schadstoffe vorübergehend binden. "Ob sie als problematisch einzustufen sind, hängt von der Teppichwahl und vom eigenen Verhalten ab", urteilt der Fachmann. So sollten Allergiker möglichst auf einen kurzen dichten Kunstfaserflor zurückgreifen, von dem sich Staub gut absaugen lässt. In Feuchträumen sollten sie jedoch auf das Verlegen von Teppichen verzichten.
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