Robuste Allroundtalente für Anspruchsvolle: Mineralwerkstoffe: Design-Möglichkeiten für Küche und Bad
zuletzt aktualisiert: 12.11.2004 - 09:05Hennef/Rothenburg o.d.T. (rpo). Mineralwerkstoffe sind härter als Marmor oder Granit. Trotzdem kann man die edel aussehenden Kunststeine leicht in originelle Formen bringen. Gerade bei der Herstellung von individuellen Waschtischen und Spülen werden die Allroundtalente immer häufiger verarbeitet. Dabei bestechen sie nicht nur durch Robustheit und Flexibilität. Sie sind auch leicht zu reinigen, und Bakterien haben auf der porenfreien Oberfläche wenig Chancen.
"In den USA sind Mineralwerkstoffe schon deutlich weiter verbreitet als in Europa", sagt Arno Schmitz-Le Hanne von der Fachgruppe Mineralwerkstoffe beim Gesamtverband Kunststoffe aus Hennef. Vor allem bei individuellen Gestaltungskonzepten für Küche und Bad fänden die Kunststeine aber auch hier zu Lande immer öfter Verwendung.
Auf den ersten Blick erinnern Mineralwerkstoffe an Naturstein. Sie werden aber künstlich aus Naturmineralien, Acrylharz und farbigen Pigmenten hergestellt. Ein Großteil der Mineralwerkstoffe hat granitähnliche Dekore. Dies wird durch die Beigabe von so genannten Chips erreicht. Hierbei handelt es sich um gebrochene Mineralwerkstoffplatten. Aufgrund ihrer Herstellungsweise können Mineralwerkstoffe in nahezu jede beliebige Form gebracht werden. Sogar Steckdosen und Lichtschalter lassen sich daraus herstellen. Dabei sind die Platten durchgängig homogen. "Dies hat den Vorteil, dass man kleine Kratzer in dem Material selbst beseitigt kann", erläutert Schmitz-Le Hanne. Mit einem Küchenschwamm und handelsüblicher Scheuermilch ließen sich Gebrauchsspuren einfach entfernen. "Das Dekor ist danach immer noch das gleiche."
Unempfindliches Material
Das massive Oberflächenmaterial ist darüber hinaus porenfrei sowie unempfindlich gegen Hitze, Feuchtigkeit und die meisten chemischen Stoffe. Ein weiterer Pluspunkt in Hinblick auf Pflege und Hygiene: die fugenlosen Verarbeitung des Materials."Hierdurch ist es leicht zu reinigen und auch Bakterien finden keinen Nährboden", erläutert der Experte.
Aufgrund seiner Hitze- und Härtebeständigkeit kommt das Oberflächenmaterial außerhalb der heimischen vier Wände bevorzugt in Hotels, Krankenhäusern sowie bei Empfangsschaltern in Hotels und Bürogebäuden zum Einsatz. Dabei sind Kombinationen mit nahezu allen erdenklichen Materialien wie beispielsweise Glas, Metall, Kunststoff, Holz oder Spiegelstückchen möglich.
Originelle Lösungen aus dem hochwertigen Rohstoff bietet unter anderem der Arbeitsplattenspezialist D. Lechner aus Rothenburg ob der Tauber an. "Mineralwerkstoffplatten können fugenfrei verklebt und durch Wärme verformt werden", sagt Unternehmenssprecherin Heide Jost. Hierdurch lassen sich Spülen und Einzelbecken nahtlos einbauen. Ein weiterer Vorteil von Mineralwerkstoffen ist, dass sie sich sehr schnell der Raumtemperatur anpassen. Die Platten fühlten sich hierdurch immer angenehm warm an, erläutert Jost. Lechner bietet zwei verschiedenen Arbeitsplattenversionen an: "Classic"-Platten bestehen aus drei Millimeter Vollmaterial. Bei der "Exclusive"-Version ist das Vollmaterial zehn Millimeter dick. Hierdurch eignen sie sich gut für Fräsungen - etwa für Tropfrillen.
Mineralwerkstoffplatten lassen sich wie Massivholz zuschneiden und bearbeiten. "Ob Rundungen, Bögen, Einfräsungen oder sogar Blütenformen fürs Waschbecken - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt", schwärmt Schmitz-Le Hanne. Allerdings seien Mineralwerkstoffe kein "Baumarktprodukt". Wer sich damit Küche oder Bad verschönern will, sollte am besten den Weg über den Innenarchitekten oder den Schreiner wählen. Dort würden die Allroundtalente dann nach Kundenwünschen geformt.
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