Finanzämter prüfen Kapitalerträge genauer: Schummeln bei der Steuererklärung wird riskanter
zuletzt aktualisiert: 05.10.2004 - 09:25Berlin (rpo). Bisher konnte es schon riskant sein, wenn Anleger bei ihrer Steuererklärung versucht haben zu schummeln. Ab dem nächsten Jahr werden die Finanzämter Kapitalerträge sehr genau prüfen, und den Schummlern kann es dann an den Kragen gehen. Aber Steuersünder können noch bis Ende März 2005 beichten und ihre verschwiegenen Einkünfte nachmelden.
Anleger, die bei der Steuererklärung schummeln, gehen ab April kommenden Jahres ein noch höheres Risiko ein als bisher schon. Die Stiftung Warentest weist in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift "Finanztest" darauf hin, dass das Finanzamt ab April Kapitalerträge genauer als bisher unter die Lupe nehmen kann.
"Es kommt dann über das Bundesamt für Finanzen an ganz neue Daten von Bankkunden heran." Zwar könnten die Beamten nur Stammdaten abfragen - also Name, Geburtsdatum und Anschrift von Anlegern und von Personen, die über deren Konten verfügen können. "Sie erfahren aber zum Beispiel auch, wie viele Sparkonten und Wertpapierdepots ein Kunde hat. Sind in seinen Steuererklärungen bisher nie Kapitalerträge aufgetaucht, kann das Finanzamt eine Straftat vermuten und die Offenlegung aller Konten verlangen."
Als Falle könne sich auch die neue Jahresbescheinigung für 2004 entpuppen, die die Banken jedem Kunden über seine Kapitalerträge und Spekulationsgewinne ausstellen müssen. "Die Bescheinigung soll zwar offiziell nur beim Ausfüllen der Steuererklärung helfen und muss nicht beim Finanzamt eingereicht werden. Wenn die Beamten Zweifel haben, können sie die Bescheinigung jedoch nachfordern."
Die Verbraucherschützer raten den Anlegern nun: "Sie können dem Finanzamt noch bis 31. März 2005 Ihre Sünden beichten und verschwiegene Einkünfte ohne Strafe und zu günstigen Konditionen nachmelden. Diesen Schritt sollten Sie aber vorher mit einem Steuerberater besprechen."
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