Bereits zum zweiten Mal hat Autor Ralf Sikorski eine unterhaltsame Sammlung von Stilblüten und Skurillitäten rund ums Steuerrecht vorgelegt. "Wo bitte kann ich meinen Mann absetzen?" lautet der Titel des Werkes, das im Verlag Neue Wirtschafts-Briefe erschienen ist und 24 Euro kostet. Schmunzeln Sie mit uns im Folgenden.
"Liebes Finanzamt! Meine Frau ist eine außergewöhnliche Belastung und Sonderausgaben macht sie auch. Ich möchte sie gerne absetzen. Sagen Sie mir bitte, wie und wo......."
(Schild in einer Buchhandlung in Irland und der erste Buchtitel des Autors)
"Ich bin zur Abgabe der angeforderten Steuererklärung nicht verpflichtet, weil ich am 24.12.2002 verstorben bin."
(Antwort eines Steuerberaters auf die Mahnung des Finanzamtes)
"Ich lehne Privateigentum an Grund und Boden und die zinsbedingte Umverteilung von der Arbeit zum Besitz ab. Deswegen erkläre ich hiermit der Bundesrepublik den Bürgerkrieg."
Mit freundlichen Grüßen
(Dieser Brief wurde an alle Finanzämter Deutschlands verschickt!)
"Sehr geehrte Damen und Herren, nachdem ich nun den ganzen Papierkram überflogen habe, muss ich den Eindruck gewinnen, dass ich Pi mal Daumen so um die 2.580 Euro von Ihnen zurückerstattet bekommen müsste. Sollten Sie mir nur 2.500 Euro überweisen können, würde ich deswegen kein "Fass aufmachen".
"Gewerbe schon wieder abgemeldet wegen zu hoher Steuerbelastung und ständiger Inkompitens."
(handschriftlicher Kommentar unter der Aufforderung zur Übersendung von Angaben im Rahmen des Einkommenssteuergesetzes)
"Zum 1000. Mal! Unbekannt verzogen! Schaut mal richtig in Euren Akten, Ihr faulen Säcke vom Finanzamt!"
(handschriftlicher Vermerk auf einen zurückgeschickten, ungeöffnetem Briefumschlag)
"Da mein ganzes Vermögen zunichte ging, sah ich nicht ein, den Mist aufzubewahren."
(handschriftlicher Kommentar unter der Aufforderung, Unterlagen für eine Betriebsprüfung vorzulegen)
"Ich muss Ihnen zu meinem Bedauern das beiliegende Formular zurückgeben, da ich nicht weiß, weshalb ich es ausfüllen soll. Ich habe an diesem, Ihrem Einkommenssteuerdienst, keinerlei Interesse. Bitte streichen Sie meinen Namen aus Ihrer Kundenliste, denn dieses System verwirrt mich und ich weiß nicht, wer Ihnen meinen Namen genannt hat."
(aus einem Brief eines afrikanischen Mitbürgers)
"Wie Sie aus den vorliegenden Unterlagen ersehen können, vollende ich in diesem Jahr mein 74. Lebensjahr. Ich lebe als Rentner bereits seit Jahren in ‚gesicherter Armut' und sehe auch keinerlei Möglichkeiten, diese Situation ändern zu können. Aus Gründen der Arbeitsersparnis für Sie und für mich wäre daher zu empfehlen, zukünftig von Steuererklärungen abzusehen."
"Sehr geehrter Finanzamt, könntest Du bitte das beigefügte Formular ausfüllen und an meine obige Adresse senden? Vielen Dank für Deine Hilfe. Mit freundlichen Grüßen"
"Hiermit beantrage ich die Verlegung des Beginns der angekündigten Außenprüfung um mindestens 3 Monate. Zurzeit bin ich mit Medikamenten wegen schwerer Erkältungskrankheiten so voll, dass ich nicht einmal einen Termin beim Zahnarzt wahrnehmen kann. Eine Brücke ist herausgebrochen und mindestens ein anderer Zahn defekt. Falls erforderlich, kann ich ein Digitalfoto fertigen und Ihnen zukommen lassen. Links oben habe ich keine Zähne mehr, (...)"
"Betrifft: Schwarzarbeit
Peter Muck (Halle) macht viel Schwarzarbeit. Kontrolle wäre besser. Das ist Ihr Job."
(Anmerkung: Alle Namen im Buch sind geändert)
"Buch: Der große Konz"
(Eintrag auf der ersten Seite des Formulars der Einkommenssteuererklärung unter der Rubrik "Bei der Anfertigung dieser Steuererklärung hat mitgewirkt" - normalerweise Steuerberatern vorbehalten)
"Ihre Anfrage vom 17.5. hinsichtlich meiner Einkünfte aus Kapitalvermögen beantworte ich wie folgt: Ich habe keine entsprechenden Einkünfte, ich habe bei meiner Bank die Zinsbefreiung beantragt. Ich hoffe, Ihnen gedient zu haben."