Gehölze und Bambus bilden die Kulisse: Teichrandpflanzen schaffen organische Übergänge
zuletzt aktualisiert: 01.06.2004 - 13:12Meckenheim/Bonn (rpo). Der Gartenteich bietet einen Lebensraum für Tiere: Kröten, Spitzmäuse, Mauswiesel, Molche, Eidechsen, Laufkäfer oder sogar Igel suchen dort Unterschlupf. Damit sich die kleinen Besucher wohl fühlen, muss man allerdings einiges beachten.
Plötzlich bewegt sich etwas zwischen dem grünen Blattteppich am Teichrand: Ein Frosch hüpft eine Handlänge weit und verschwindet wieder im Grün. Nur ein kurzes Plätschern verrät, dass er im Wasser gelandet ist. Der Teich fügt sich organisch in den Garten ein, der Rand des Wassers ist nicht mehr sichtbar.
Erste Voraussetzung für ein solch harmonisches Gesamtbild ist die richtige Standortwahl. "Ein Gartenteich sollte nie in der vollen Sonne liegen, weil er sich dort zu sehr aufheizt und sich schnell Algen bilden", betont Egbert Gleim, Gartenbauingenieur im Fachbetrieb "Sängerhof" in Meckenheim. "Besser ist ein Platz mit Halb- oder Wanderschatten." Vier bis sechs Stunden direkte Sonnenbestrahlung an klaren Tagen sind durchaus genug, um ideale Lebensbedingungen für Flora und Fauna zu schaffen.
Allerdings darf der Schatten nicht von einem großen Laubbaum in unmittelbarer Nähe kommen, da möglichst wenig Laub ins Wasser fallen sollte. Neben den Blättern können auch die Wurzeln von großen Bäumen schnell zum Problem werden. "Klassische Flachwurzler wie die Birke, aber auch die Pappel oder die Linde gehen mit ihren Wurzeln auf das Wasser zu. Sie können mit ihrer Kraft auch den Teichaufbau beschädigen", warnt der Fachmann.
Großwüchsige Bäume werden deshalb auch nach der Anlage des Teiches nicht in seiner direkten Nachbarschaft gepflanzt. Das heißt jedoch nicht, dass auf Gehölze verzichtet werden muss. "Am Ufer werden zunächst einige höhere Gehölze gepflanzt. Sie bilden das Gerüst für die weitere Bepflanzung", erläutert Gartenbauingenieur Gleim. "Besonders schön wirken Solitärsträucher und kleine Bäume mit schirmförmiger, eventuell überhängender Krone, wie die Trauerbirke, Zaubernuss, Tulpen-Magnolie, Kätzchen-Weide oder Schneeball-Arten."
Auch Japanischer Schlitzahorn, Blumen-Hartriegel, der malerisch überhängende Schirmbambus oder das dekorative Chinaschilf machen hier eine gute Figur. Diese hohen Gewächse bilden aus Sicht des Betrachters immer die Kulisse im Hintergrund. Sie dürfen keinesfalls die Sicht auf den Teich oder die Wasseroberfläche verdecken.
Besonders viel Fingerspitzengefühl verlangt die Bepflanzung des Uferbereiches mit Stauden und Bodendeckern. Hier befindet sich die Nahtstelle zwischen Teich und Garten. "Der Uferbereich liegt außerhalb des Teiches und ist durch die Kapillarsperre eindeutig von ihm getrennt. Er wird nicht mit Teichwasser versorgt", erläutert der Experte. "Deshalb wird er behandelt wie jede andere Staudenanlage im Garten." Die Auswahl der Pflanzen richtet sich also nach dem vorhandenen Boden.
Der starkwüchsige Blutweiderich mit seinen purpurroten Blütenkerzen, Funkien mit ihrem dekorativen Blattwerk, die zauberhafte Sibirische Wieseniris, die hochstielige Rosenprimel, die wintergrüne Elfenblume oder der kriechende Günsel - sie alle machen sich sehr gut auf frischem, feuchten Boden, mögen allerdings keine Staunässe. Der robuste hellgelbe Frauenmantel, die blühfreudigen Taglilien oder die genügsamen Bergenien sind hingegen auch mit trockenerer Erde zufrieden.
Insgesamt gibt es jedoch deutlich weniger Stauden, die sich für trockene Böden eignen und gleichzeitig gut mit den direkt angrenzenden Sumpfpflanzen im Teichwasser harmonieren. Wer einen extrem sandigen Boden mit geringer Wasserspeicherfähigkeit besitzt, kann sich behelfen, indem er Tonmineralien zuführt und so seine Bindigkeit erhöht. Notfalls wird bereits beim Aushub des Teichbeckens auch der Boden rund um den Teich ausgetauscht.
Die wichtigste Grundregel bei der Bepflanzung heißt jedoch: Nicht auf die Masse kommt es an. "Um ein schnelles Zuwuchern der Teichränder zu verhindern, darf bei einer Neubepflanzung nicht zu viel Pflanzmaterial eingebracht werden, auch wenn es anfangs vielleicht etwas kahl aussehen mag", empfiehlt die Centrale Marketing Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft.
"Denn, ist ein Gartenteich erst einmal angelegt, geht fast alles wie von selbst, das Klima und die Wassernähe sorgen für einen ausgezeichneten Wuchs der Pflanzen und Gartenarbeit am Teich fällt kaum noch an." Dabei gilt es auch zu bedenken, dass immer wieder für Teichpflegearbeiten ein direkter Zugang zum Wasser notwendig ist. Er kann beispielsweise mithilfe einer kleinen Kiesbucht oder einer Holzplattform, die auf einem Kiesbett steht, wunderschön gestaltet werden.
Sollen am Gartenteich bald Kröten, Frösche oder gar ein Lurch begrüßt werden, so erleichtert auch ihnen ein flacher Zugang zum Wasser das Leben. Grasfrosch, Erdkröte, Teich-, Kamm- und Bergmolch allerdings zieht es nur zur Laichzeit ins Wasser. Sie können in einem Unterschlupf wie einem Totholzhaufen, Steinwall oder -haufen in der Nähe des Teiches ein Zuhause finden.
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