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Problem Schönheitsreparaturen: Umzug: Selbst renovieren spart Geld - aber keine Zeit

zuletzt aktualisiert: 14.12.2004 - 08:34

Berlin (rpo). Wer seine Wohnung gekündigt hat, möchte meist auch schnell ausziehen. Doch dann stellt sich ein Problem: Wie muss die Wohnung übergeben werden? Was sind Schönheitsreparaturen? Was muss renoviert werden? Wer selbst zum Pinsel greift, spart zwar Geld, aber meistens keine Zeit. Denn fachgerecht sollte das Ergebnis schon sein.

Das Gesetz sieht eindeutige Regelungen vor: Schönheitsreparaturen sind normale, während der Mietzeit entstandene Abnutzungserscheinungen, die fachgerecht auszuführen sind. Doch kein Mieter könne gezwungen werden, einen zumeist sehr teuren Fachmann für die Arbeiten zu engagieren, sagt der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins e.V., Hartmann Vetter.

Wenn man die Sache selbst in die Hand nimmt, sollte das Ergebnis allerdings von "mittlerer Art und Güte" sein, so dass der Nachmieter nicht noch einmal renovieren muss, wie der Experte betont. Ist der Vermieter bei der Wohnungsübergabe mit der Qualität nicht zufrieden, muss er dem Mieter die Chance zur kurzfristigen Nachbesserung der Beanstandungen geben. Wenn sich beide Seiten dann immer noch nicht einigen können, wird ein Sachverständiger eingeschaltet, der die Qualität der renovierten Wohnung beurteilt. Die meist sehr erheblichen Kosten für den Fachmann zahlt dann derjenige, der kein Recht bekommen hat. "Die Gutachterkosten sind oft wesentlich höher als die Renovierungskosten", warnt Vetter.

In vielen Fällen einigen sich die Mieter mit den Nachmietern, welche Farbe beispielsweise eine Wand haben soll. Denn die haben meist ihre ganz eigenen Vorstellungen. Voraussetzung für diesen Deal sei aber immer das Einverständnis des Vermieters, sagt Vetter. Er rät den Parteien zum Abschluss einer dreiseitigen Vereinbarung, damit die Absprachen allen schriftlich vorliegen. Zudem sei es empfehlenswert, vor der Renovierung mit dem Vermieter konkret zu besprechen, was in der Wohnung getan werden muss und was nicht, sagt Vetter.

Wer im Do-it-yourself-Verfahren erhebliche Kosten bei der Renovierung sparen will, sollte nicht schludern. Zu Bedenken ist auch, dass man jede Menge Zeit und Kraft in das Vorhaben investieren muss. Überlässt man diese Arbeiten allerdings einem Profi, kann man laut Vetter bei einer Wohnung mittlerer Größe locker auf Kosten in Höhe von 3000 bis 6000 Euro kommen. "Deshalb renovieren die meisten Mieter ihre Wohnung inzwischen selbst", weiß er aus Erfahrung. Das Streichen von Wänden ist der Spitzenreiter unter den selbst übernommenen Renovierungsarbeiten.

Wenn der Lack eine Nase zeigt

"Häufig wird der Fehler gemacht, dass Tapeten nicht auf Stoß geklebt werden, sondern übereinander", berichtet Vetter. Ein weiterer Grund für Beanstandungen des Vermieters sind dem Experten zufolge so genannte Nasen, die bei Lackarbeiten etwa an Türen oder Heizungen entstehen, wenn die Farbe zu dick aufgetragen wird. Streichen Laien die Wände, ist das Ergebnis oft streifig oder die Farbe deckt nicht richtig.

Wer also selbst nicht handwerklich geschickt ist, sollte sich aus dem Bekanntenkreis jemanden mit Erfahrung auf diesem Gebiet holen, rät Vetter. Mit tatkräftiger Unterstützung und gutem Material steht dem Malern in Eigenregie nichts im Wege. Allerdings sind dabei einige Grundregeln zu beachten. Zunächst einmal sollte für das Tapezieren beziehungsweise Anstreichen der Wände genügend Zeit eingeplant werden. Auch mit Freunden und Bekannten, die helfen wollen, sollte man rechtzeitig einen Termin festlegen und sie später noch einmal daran erinnern.

Wer auf Nummer sicher gehen will, holt sich das benötigte Arbeitsmaterial nicht erst kurz vor dem großen Tag ins Haus. Ratsam ist es auch, sich beim Kauf der Sachen im Baumarkt oder in einem Fachgeschäft beraten zu lassen. Nur der Profi kann sagen, welche und wie viel Farbe ich benötige.

An Farbe nicht sparen

Generell sollte bei der Farbe nicht gespart werden, raten Experten. Entscheidend für die Qualität sind ihre Deckkraft und Beständigkeit. Beim Kauf sollte der Farbbedarf eher großzügig kalkuliert werden, damit nicht mittendrin die Farbe ausgeht. Die meisten Baumärkte nehmen ungeöffnete Farbeimer zurück.

Viel Reinigungsarbeit erspart man sich, wenn der Boden vor dem Malern mit Folie ausgelegt wird, die man am Rand festklebt. Beim Streichen gilt: die Ecken zuerst, beginnend beim Fenster. Für die kleinen Flächen in Ecken, an Fußleisten und Heizkörpern eignen sich Pinsel, für große Flächen eine Rolle. Zuerst sollte stets die Decke gestrichen werden. Erst danach sind die Wände dran. Fachleute raten, die Wände zuerst in Längsrichtung, dann quer und abschließend noch einmal längs mit einer geraden Überlappung zu streichen. Dadurch wird die Farbe gleichmäßig verteilt.

Beachtet man diese Tipps, wird der Vermieter bei der Wohnungsübergabe keine größeren Beanstandungen haben. Allerdings sollte zwischen diesem Termin und der Renovierung mindestens ein Tag liegen, um der Wandfarbe Zeit zum Trocknen zu geben.

Quelle: afp

 
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