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Verbraucher profitieren von ständigen Preisnachlässen: 2012 – das Jahr des Rabatts

VON KLAUS KRAUSE - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 08:17

Düsseldorf (RPO). 2012 wird ein tolles Jahr. Der Kalender beschert allen einen zusätzlichen Arbeitstag (29. Februar), aber auch jede Menge Brückentage. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft greift nach dem EM-Titel. Und der von den Mayas für den 21. Dezember prophezeite Weltuntergang fällt wahrscheinlich aus. Sicher ist nur eins: Die Verbraucher können sich auf ein pralles Rabatt-Jahr freuen. Die Geiz-ist-geil-Parole ist tot, die Losung für 2012 heißt: "Ich liebe Sale".

Der Einzelhandel hat Preisnachlässe auf breiter Front zur Dauereinrichtung gemacht. Sie sind fester Bestandteil jeder Kalkulation. Waren früher Rabattaktionen nur zu bestimmten Zeiten (WSV und SSV) sowie aus besonderen Anlässen (Jubiläum, Geschäftsaufgabe, Neueröffnung) statthaft, sind reduzierte Preise heute der Normalfall von Januar bis Dezember.

Die Rabatt-Orgie hat teilweise Formen angenommen, dass man vor lauter %-Zeichen den Preis übersieht. Auch Rabatt will gelernt sein. Wer schlau ist und Zeit dafür hat, sollte sich einen Kalender anlegen, in dem er im Jahresverlauf für bestimmte Waren die Rabatte notiert.

“Reduzieren Sie selbst“

Einen Vorgeschmack auf die anrollende Rabatt-Welle in 2012 bekamen die Verbraucher gleich am 2. Januar. Mit Blick auf die Geldgeschenke und Einkaufsgutscheine zu Weihnachten („Entscheidend ist unterm Baum!“) zündete der Einzelhandel mit Anzeigen und Prospekten die erste Rakete. Bei Sportarena gibt’s Alles für die Hälfte, bei Galeria Kaufhof ist Saisonware bis 50% reduziert. Ein Möbelhaus verkündet Ab heute große Preissenkungsaktion. 2012 Preise gesenkt.

Die Konkurrenz kontert mit Bis zu 50% Messe-Rabatt und 1 Flasche Sekt gratis. Media Markt annonciert Täglich tief. Jack Wolfskin verspricht bei Temperaturen über dem GefrierpunktEiskalte Januarpreise und ein Küchengeschäft ruft die PrEISzeit 2012 aus. Besonders verlockend auch die Offerte eines Textilkaufhauses: Reduzieren Sie selbst! So oder dergleichen tönt das Wortgeklingel auch im Radio, im Internet und auf den TV-Shoppingkanälen. Im Allgemeinen aber genügen vier Buchstaben für die immer wiederkehrende Botschaft: S A L E.

Irgendwo hört der Spaß auf

Dass auch Rabatte eines Tages an die Decke stoßen, lässt sich an zehn Fingern abzählen. Mehr als 100 Prozent geht nicht. Der Teppichhandel, seit jeher Vorreiter für kräftige Preisreduzierungen, hat diesen Punkt erreicht. Zur Eröffnung eines neuen Marktes heißt es auf vier bunten Seiten: bis zu 84% Rabatt. Die Abbildungen kommen einen bekannt vor. Neu sind die Preise. Man traut seinen Augen nicht. Persischer Keschan in drei Größen: 200 x 300, statt 1390 Euro 220, 250 x 350, statt 2200 Euro 350, 300 x 400 statt 2950 Euro 480.

Sechs Quadratmeter handgeknüpften Teppich für 220 Euro? Das sind 36,66 Euro pro Quadratmeter, das ist billiger als Parkett oder Fliesen. Ähnlich aggressiv die Preispolitik vieler Küchenanbieter. Aus erfindungsreichen Anlässen („Wir feiern Jubiläum: 1000 Monate“) wird kräftig auf die Pauke gehauen: Jede Küche um (bis zu) 3000 Euro reduziert, Komplette Küche inklusive Esstisch zum Abholpreis: 1998 Euro. Bei vielen Verbrauchern kommen Zweifel auf. Wie seriös können derartige Angebote noch sein? Irgendwo hört der Spaß auf. Gefragt sind nicht Rabatte, sondern faire Preise.

Luxus ohne Rabatt

Einige Branchen sind zumindest nach außen total rabatt-resistent. Wer über die Düsseldorfer Königsallee bummelt und die Schaufensterauslagen der Juweliere und Luxusläden bestaunt, wird vergeblich nach reduzierten Preisen suchen. Ob Gucci, Chanel, Prada, Hermes oder Armani, ob Uhren von Cartier, Breitling, Rolex, Lange & Söhne, IWC oder Baume et Mercier, da bewegt sich nichts im Preis. Was diskret hinter verschlossenen Türen verhandelt wird bei Einkäufen von 10.000 oder 50.000 Euro, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Obwohl jeder weiß, dass beim Autokauf gefeilscht wird bis zum Letzten, wirbt die Branche auf dem offenen Markt nicht mit Preisnachlässen.

Tatsächlich soll das durchschnittliche Rabattniveau derzeit bei 18 Prozent liegen. Das finanzielle Entgegenkommen im Preispoker wird oft auch bei der Inzahlungnahme des Gebrauchtwagens, bei kostenloser Sonderausstattung, bei der Finanzierung oder ganz simpel bei Benzingutscheinen über den Tisch gereicht. Ein anderes Thema sind die Rabatte bei EU-Importen von Neuwagen. Die Angebote spezialisierter Autohäuser signalisieren Rabatte bis zu 36,9 Prozent (Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCI Trend), 30,8 Prozent für einen VW Passat 1,6 TDI Comfort oder 25,4 Prozent für einen Opel Meriva 1.3 CDTI EcoFlex Selection.

Das Rabatt-Jahr ist lang

Rabatte können anstrengend sein. Die Suche nach dem günstigsten Preis ist mit Arbeit und Lauferei verbunden. Aber kurz vor dem offiziellen Beginn des Winterschlussverkaufs am 30. Januar, der die Preise für Winterware noch einmal purzeln lässt, kann zur Beruhigung der Verbraucher gesagt werden: Es läuft nichts weg, alles kommt wieder. Preisnachlässe sind ein ständiger Begleiter. Mehr denn kann sich der Kunde als König fühlen. Den Verbrauchern gilt der Ratschlag: Ruhe und Gelassenheit bewahren, keine Hektik, nüchtern vergleichen, auf Qualität achten, im Zweifelsfall auch mal verzichten. Das Rabatt-Jahr 2012 ist noch lang.

Quelle: sgo/chk/csr

 
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