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  Foto: Bundesbank
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Milliardenbeträge im Umlauf: Die D-Mark lebt

VON KLAUS KRAUSE - zuletzt aktualisiert: 23.11.2011 - 09:36

Düsseldorf (RPO). Die Deutsche Mark ist nicht totzukriegen. Sie lebt noch. Nicht nur in den Köpfen und Herzen vieler Deutscher. Auch als weiterhin gültige Währung hat sie ein langes Leben. Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank befanden sich Ende 2010 noch 13.800.000.000 D-Mark in Umlauf. Aus allen Ecken und Enden kommen die alten Scheine und Münzen wieder zum Vorschein. Fünf Fragen, fünf Antworten.

 

Wie lange kann ich alte DM-Banknoten und –Münzen noch umtauschen?
Es gibt bis jetzt keine zeitliche oder betragliche Begrenzung. Das gilt nicht nur für die letzte Banknoten-Serie, sondern für alle D-Mark-Scheine und -Münzen seit der Währungsreform 1948.

 

Wo kann in D-Mark-Beträge einlösen?
In erster Linie bei den 49 Niederlassungen der Deutschen Bundesbank, die über die ganze Bundesrepublik verstreut sind (s. folgende Standortliste). Der Umtausch ist gebührenfrei und erfolgt in der Regel schnell und unkompliziert. Der Euro-Betrag wird sofort bar ausgezahlt. Der Umtauschkurs hat sich seit 2002 nicht verändert: 1,95583 Mark = 1 Euro. Für den Publikumsverkehr sind die Kassenschalter der Bundesbank-Filialen montags bis freitags zwischen 09.00 und 13.00 Uhr geöffnet. Aber auch im Einzelhandel kann man hier und dort noch mit D-Mark zahlen. Das ist eine Frage der Kulanz und der Höhe des Betrages. Wer bei einem Juwelier auf der Düsseldorfer Königsallee für einen fünfstelligen Betrag einen Brillantring kaufen möchte, hat auch mit der Brieftasche voller D-Mark gute Chancen.

 

Standortliste der Deutschen Bundesbank
Düsseldorf (Berliner Allee 13), Aachen (Römerstr. 53), Bielefeld, (Kavalleriestr. 2), Bochum (Universitätsstr. 72), Dortmund (Hiltropwall 16), Duisburg (Düsseldorfer Str. 205), Essen (Moltkestr. 31), Hagen (Grabenstr. 20), Köln (Gustav-Heinemann-Ufer 96-100)
Mainz (Hegelstr. 65), Koblenz (Neustadt 6-7), Ludwigshafen (Kaiser-Wilhelm-Str. 1-3), Saarbrücken (Hafenstr. 20-22)
Frankfurt (Taununsanlage 5), Gießen (Wiescher Weg 17), Kassel (Ständeplatz 12-14)
Stuttgart (Theodor-Heuss-Str. 20), Freiburg (Leopoldring 9), Karlsruhe (Südendstr. 46), Reutlingen (Schulstr. 12), Ulm (Olgastr. 77), Villingen-Schwenningen (Am Hopfbühl 4)
München (Leopoldstr. 234), Augsburg (Wolfsgäßchen 1), Bayreuth (Rosestr. 7), Nürnberg (Bahnhofstr. 7), Regensburg (Lilienthalstr. 3a), Würzburg (Mönchbergstr. 20)
Leipzig (Karl-Liebknecht-Str. 141a), Chemnitz (Zschopauer Str. 49), Dresden (St. Petersburger Str. 2), Erfurt (Max-Reger-Str. 14), Meiningen (Lindenallee 2a)
Hannover (Georgsplatz 5), Bremen (Kohlhökerstr. 29), Göttingen (Danziger Str. 23), Magdeburg (Breiter Weg 214), Oldenburg (Star 40), Oanabrück (Schlagvorder Str. 27)
Hamburg (Willy-Bramdt-Str. 73), Flensburg (Waitzstr. 6), Kiel (Hopfenstr. 30), Lübeck (Holstentorplatz 2), Neubrandenburg (Ziegelbergstr. 57), Rostock (Richard-Wagner-Str. 2)
Berlin
(Leibnitzstr. 10), Cottbus (Ewald-Haase-Str. 18)

 

Wieviel D-Mark sind noch im Umlauf?
Wer sich die Statistik anschaut, ist überrascht. 2010 wurden an den Schaltern der Deutschen Bundesbank erstaunliche 160 Millionen Mark in Euro umgetauscht. Das sind bei 243 Geschäftstagen im Jahr 660.000 Mark täglich. Von der Gesamtsumme entfielen 120 Millionen Mark auf Scheine, 40 Millionen Mark wurden in Münzen eingezahlt. Aber von dem ursprünglichen D-Mark-Volumen, das die Bundesbank mit 250 Milliarden veranschlagt, fehlen immer noch rund fünf Prozent. Und es darf spekuliert werden, wo die restlichen 13 Mrd. D-Mark stecken.

 

Aus welchen Quellen kommen die alten D-Mark-Bestände?
Darüber gibt es keine Statistiken. An den Kassenschaltern der Bundesbank ist jedoch zu beobachten, dass überwiegend Kleinbeträge zwischen 20 und 100 Mark eingetauscht werden. Das sind in ihrer Mehrzahl sicherlich Zufallsfunde bei Wohnungsauflösung oder Renovierung. Größere Beträge stammen meistens aus Erbschaften. Alte Menschen haben manchmal die Angewohnheit, Geld zu Hause an verstecken Stellen zu horten und zu hüten. Oftmals geraten diese geheimen Schätze in Vergessenheit und werden erst im Nachlass wiederentdeckt. Auch aus dem Einzelhandel, von Börsen, Auktionen und Märkten fließen noch regelmäßig nennenswerte D-Mark-Beträge an die Bundesbank. Trotz stetig rückläufiger Tendenz ist ein Ende nicht absehbar. Wenn alte D-Mark-Bestände im Ausland auftauchen, besteht die Möglichkeit, sie auf postalischem Weg bei der Bundesbank-Niederlassung in Mainz (55122 Mainz, Hegelstraße 65) zum Umtausch einzureichen.

 

Warum ist die D-Mark so beliebt?
Nach dem 2. Weltkrieg fiel es vielen Deutschen schwer, sich mit ihrem geteilten und zerstörten Vaterland zu identifizieren. In den Jahren des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders wurde die Deutsche Mark im Land der Dichter und Denker ersatzweise zur Identifikationsfigur. Sie avancierte innerhalb von drei Jahrzehnten zu einer der stärksten Währungen der Welt, gleichrangig mit Dollar und Schweizer Franken. Mit der D-Mark in der Tasche eroberten deutsche Touristen die Welt. Im Ausland waren sie wegen ihres Wohlstands hoch angesehen. Der Abschied von der guten alten Mark ist den meisten Deutschen deshalb verdammt schwer gefallen. Manch einer hat ihn bis heute nicht verwunden. Der simple Umrechnungskurs von 1:2 bleibt in den Köpfen ein für allemal verankert. Und als Vergleichswährung ist die D-Mark immer noch aktuell, der Euro aber für alle Zeit abgestempelt als „Teuro“. Kein Wunder also, dass sich in letzten Umfragen eine knappe Mehrheit der Deutschen die D-Mark zurückwünscht. Währungs- und Finanzexperten können noch so sehr davor warnen und düstere Bilder von Exportrückgang, Arbeitslosigkeit und Depression an die Wand malen, die Liebe vieler Deutscher zur D-Mark wird nicht sterben.

 

In unserer Fotostrecke stellen wir alle Banknoten seit 1948 mit Erläuterungen vor.

Quelle: chk/felt

 
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