Arzneimittel-Preise: Entlastung für Privatpatienten
VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 08:44Berlin (RP). Die schwarz-gelbe Koalition will das Verhältnis zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung neu justieren – zugunsten der Privaten. Sie sollen künftig die gleichen Arzneimittel-Preise zahlen wie die Kassen. Für privat Versicherte gibt es noch mehr Erleichterungen.
Für die privaten Krankenversicherungen soll das Geschäft leichter werden. Das zeichnet sich bei den Verhandlungen zur Gesundheitsreform der schwarz-gelben Koalition in Berlin ab. Die privaten Anbieter sollen künftig von den Preissenkungen bei Arzneimitteln profitieren, die für die gesetzlichen Kassen ausgehandelt werden.
Damit wolle man verhindern, dass die Pharmaindustrie sich die Summen bei den Privaten wiederhole, die sie bei den Gesetzlichen als Rabatt gewähren müsse, sagte die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Ulrike Flach. Bislang zahlen die privaten Versicherungen höhere Preise für Arzneien.
Zum Vorteil der privaten Versicherungen ist auch, dass die gesetzlichen Krankenkassen künftig keine privaten Zusatzversicherungen beispielsweise für Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus, Chefarztbehandlung und für Auslandsreisen mehr anbieten dürfen. Die Koalition kommt den privaten Versicherungen zudem damit entgegen, dass junge Versicherte künftig nur noch ein Jahr mit ihrem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (derzeit 49.950 Bruttogehalt pro Jahr) liegen müssen. Bislang beträgt die Frist drei Jahre.
Geplant ist, dass die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Kassen künftig bis zu zwei Prozent des Arbeitseinkommens eines Kassen-Mitglieds betragen können, höchstens aber 75 Euro pro Monat. Für Arbeitnehmer und Rentner mit kleinen und mittleren Einkommen soll es einen Sozialausgleich geben, dessen Höhe vom Arbeitgeber beziehungsweise vom Rententräger individuell ermittelt werden soll.
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