Preiskampf der Anbieter: So sparen Sie bei der Autoversicherung
VON UWE SCHMIDT-KASPAREK - zuletzt aktualisiert: 22.09.2009 - 07:32Düsseldorf (RP). Krankenhaus-Tagegeld, Frühwechsler-Rabatt, Beitragsfreistellung bei Arbeitslosigkeit – die Versicherer umgarnen die Kunden mit immer neuen Tarifideen. Das Sparpotenzial ist groß.
Alle Jahre wieder können sich Autofahrer im Herbst freuen. Denn dann locken Versicherer regelmäßig mit günstigen Angeboten. Der Hintergrund: Bis zum 30. November kann die Autoversicherung regulär gekündigt werden, und deshalb buhlen die Versicherer um die Gunst potenzieller Kunden.
Zu denen, die das in diesem Jahr ganz intensiv tun, zählt offenbar die ADAC-Autoversicherung, die der Zurich (51 Prozent) und dem ADAC (49) gehört. Der Versicherer möchte ganz vorn mitspielen, gibt sich allerdings noch geheimniskrämerisch: "Wir werden etwas Neues bringen, was den Kundenwünschen entspricht", sagt ein Sprecher. Insider bestätigen hingegen, dass der ADAC mit einem neuen Tarif "ganz vorne mitmischen wird".
Preisvergleich unter www.check24.de
Die Kreativität in der Branche kennt offenbar kaum Grenzen: Die Provinzial Rheinland aus Düsseldorf macht ihre Versicherten sowie alle Mitfahrer zu Privatpatienten, wenn sie nach einem Autounfall ins Krankenhaus müssen. Sie erhalten ein Einbettzimmer und Chefarztbehandlung; alternativ gibt es ein Krankenhaustagegeld von 40 Euro.
Internet-Vergleich
Individuellen Durchblick im Tarifdschungel gibt es per Internet-Vergleich. Mutig stellt sich erstmals ein Versicherer auf der eigenen Homepage dem Transparenz-Test. Die KarstadtQuelle-Versicherung lässt sich per aspect-online direkt mit der Konkurrenz vergleichen. Andere Direktversicherer werben mit einem Frühwechsler-Rabatt von zehn Prozent, wie die DEVK, Axa, HDI Direkt oder der ADAC. Bei der DA Direkt gibt es für Frühentschlossene einen Tankgutschein von 50 Euro.
Die Zurich Versicherung lockt mit einer Beitragsfreistellung bei Arbeitslosigkeit. Wer unverschuldet arbeitslos wird, ist nach einer Karenzzeit von sechs Wochen ein halbes Jahr lang von jeglicher Beitragszahlung für seine Autopolice befreit. "Wir erhalten damit die Mobilität für Stellensuchende", begründet ein Zurich-Sprecher. Nutzen können den Schutz Autofahrer aber erst, wenn sie mindestens zwölf Monate bei Zurich versichert sind. Versicherungsschutz für Eigenschäden bietet die VHV aus Hannover. Wer das Auto seines Partners anfährt, bekommt Ersatz für beide Wagen. Normalerweise sind diese Schäden nicht versichert.
53 Prozent Preisunterschiede
Das Sparpotenzial für Autofahrer ist groß, wie ein Vergleich von check24 zeigt. Wer ab Januar vom teuersten zum günstigsten Anbieter wechselt, kann bei einem VW Golf fast 53 Prozent Prämie sparen. Wahrscheinlich schneiden Kunden mit älteren Verträgen noch deutlich besser ab. Grund ist der Preisverfall, der seit 2004 anhält und in diesem Jahr der Branche rund 500 Millionen Euro technischen Verlust bescheren dürfte. Trotzdem wird es schwer werden, den Preiskampf zu stoppen. Viele Kunden werden zum Jahresende durch die Werbetrommeln wachgerüttelt. Der Wechsel des Versicherers fällt den Autofahrern immer leichter, weil Vergleichsportale wie aspect-online, financescout24, fss-online oder nafi-auto im Internet eine individuelle Berechnung ermöglichen, die auch einen Qualitäts-Check umfasst.
Wer einen Basistarif kauft, muss damit rechnen, dass grobe Fahrlässigkeit nicht versichert ist. Damit riskiert der Kunde, dass er bei einem schweren Fehler, etwa wenn er bei Rot über die Ampel fährt, nur noch einen Teil der Entschädigung erhält. Unterschiede gibt es auch bei der Dauer der Neuwertentschädigung oder dem Schutzumfang bei Tierkollisionen. Wer keinen Wert auf eine freie Werkstattwahl legt, kann bis zu 20 Prozent bei der Kaskoversicherung sparen. Nach Schäden bestimmt dann der Versicherer, welche Werkstatt den Wagen repariert. Diese Regel gilt aber nur für die Kaskoschäden. Wer Unfallopfer wird, kann sich seine Werkstatt weiterhin frei aussuchen und darf seinen Schadensersatz per Anwalt und Gutachter durchsetzen.
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