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Gesundheitskarte grafik 2011 rp
  Foto: Gesundheitsministerium
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Fragen und Antworten: Was Sie jetzt zur Gesundheitskarte wissen müssen

VON HANNA KOCH - zuletzt aktualisiert: 08.10.2011 - 16:00

Düsseldorf (RP). Viele Versicherte erhalten in diesen Tagen Post von ihrer Krankenkasse: Sie müssen ein Passfoto einreichen, damit ihnen die neue elektronische Gesundheitskarte ausgestellt werden kann. Die Karte ersetzt die bislang gültige, herkömmliche Versichertenkarte. Wir geben die Antworten auf wichtige Fragen.

Was wird auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert? Auf lange Sicht soll die elektronische Karte Patientendaten speichern, etwa Notfalldaten über Allergien oder chronische Krankheiten. Auch Arztbriefe, Befunde und eine elektronische Patientenakte könnten auf der Karte abgelegt werden. Noch ist das allerdings technisch nicht möglich, weil die dafür erforderliche Vernetzung zwischen Ärzten, Kliniken und Krankenkassen noch nicht ausgereift ist. "Die neue Gesundheitskarte enthält nur die Stammdaten des Versicherten, etwa Name, Geburtsdatum und Anschrift", erläutert Kai Vogel, Gesundheitsexperte der Verbraucherzentrale NRW. Außer dem Passfoto gebe es bis auf weiteres keine Unterschiede zur herkömmlichen Versichertenkarte, sagt Vogel.

Info

Datensicherheit:

Gesundheitskarte Die Speicherkapazität auf der neuen Karte ist mit 32 Kilobyte deutlich größer als auf den alten Versichertenkarten.

Externer Speicher Dennoch soll ein Großteil der Daten auf zentralen Servern gespeichert werden.

Datenschutz Verbraucherschützer sind dagegen, sensible Patientendaten zentral zu speichern.

Bekommen alle Versicherten die neue elektronische Gesundheitskarte? Nein, denn derzeit befindet sich die neue Karte in einer Einführungsphase. Die Bundesregierung hat die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, bis Ende 2011 mindestens zehn Prozent ihrer Versicherten – das sind knapp sieben Millionen Menschen – mit der elektronischen Gesundheitskarte auszustatten. Sie werden dazu aufgefordert ein Passfoto einzureichen, damit ihre neue Karte erstellt werden kann. Alle anderen Versicherten können weiter ihre alte Karte nutzen.

Warum wird das Foto verlangt? "Die neue Karte bietet durch das Bild einen besseren Schutz vor Missbrauch", sagt AOK-Vizechef Günter Wältermann. Die Kassen haben daran ein besonderes Interesse, erschwert das Foto doch die Nutzung der Karte durch Fremde, etwa nach einem Diebstahl. Der Missbrauch der Karten beschert den Kassen laut Schätzung des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) jährliche Mehrkosten im zweistelligen Millionenbereich.

Gibt es Ausnahmen bei der Foto-Pflicht? Für Kinder unter 15 Jahren müssen Eltern keine Bilder einreichen. Auch Menschen, die pflegebedürftig sind und etwa durch Bettlägerigkeit nicht in der Lage sind, ein Lichtbild anfertigen zu lassen, können eine elektronische Gesundheitskarte ohne Foto erhalten.

Was passiert, wenn ich mich weigere, ein Foto einzureichen? Generell gilt: Die alten Karten behalten bis auf weiteres ihre Gültigkeit. "Ein Boykott ist prinzipiell möglich", sagt Verbraucherschützer Kai Vogel. Allerdings soll die alte Karte auf lange Sicht ungültig werden – nämlich dann, wenn die elektronische Gesundheitskarte mit allen Speicherfunktionen einsatzfähig ist. "Eine Verweigerungshaltung ist aber auch dann unnötig", meint Vogel. "Denn Versicherte können später selbst bestimmen, ob und welche Daten gespeichert werden."

Wann kommt die voll einsatzfähige elektronische Gesundheitskarte? Ursprünglich war die Einführung schon für 2006 geplant, doch bislang sind Datensicherheit, Technik und Logistik nicht ausgereift – trotz Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro. Und so bleibt weiter offen, wann die Karte mit allen geplanten Funktionen starten kann.

Quelle: RP

 
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