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Siegel hilft beim Erkennen: Was heißt Bio?

zuletzt aktualisiert: 12.01.2007 - 12:41

Düsseldorf (RP). „Bio“ ist den Jesuslatschen entwachsen. Seit 1995 hat sich der Umsatz mit Öko-Lebensmitteln fast verdreifacht. 2005 lag der Umsatz deutschlandweit bei vier Milliarden Euro. Derzeit hat „Bio“ einen Marktanteil von 3,2 Prozent und auch in den Regalen von Supermärkten seinen Platz.

Vor allem Plus, Lidl und Norma sowie Rewe und Edeka haben breite Sortimente im Angebot. Zugleich schießen Bio-Supermärkte wie Pilze aus dem Boden. Inzwischen reicht der deutsche Anbau nicht mehr aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Vor allem Discounte kaufen daher groß in Österreich, Italien, Spanien und Osteuropa „Bio“ ein.

Zu erkennen sind Bio-Produkte am sechseckigen grünen Bio-Siegel, das EU-weit gilt. Was heißt „Bio“? Aus „ökologischer“ oder „biologischer Landwirtschaft“ heißt: Beim Anbau dürfen keine synthetischen Pflanzenschutzmittel, chemische Wachstumsförderer und Düngemittel oder Gentechnik verwendet werden. Stattdessen werden Naturdünger wie Mist und Gülle zugeführt. Schädlinge werden mit biologischen Mitteln bekämpft. Die Tiere müssen artgerecht gehalten werden. Vorbeugende Antibiotika sind verboten.

Wirklich frei von Gift?

Ist „Bio“ wirklich frei von Gift? Mit dieser Frage hat sich das Öko-Monitoring-Programm des Landes Baden-Württemberg beschäftigt. Für 2004 errechnete es eine mittlere Pestizidbelastung aller untersuchten Öko-Erzeugnisse von 0,002 Milligramm pro Kilogramm, ein Wert weit unter der Nachweisgrenze von 0,01 Milligramm. Tests unternimmt auch Greenpeace.

2005 fiel konventionelles Gemüse einiger Filialisten wie Lidl wegen zu hoher Pestizidwerte durch. Vor allem bei Erdbeeren, Paprika, Salat und Weintrauben sind die Belastungen oft hoch. Pestizide können Fruchtbarkeitsstörungen und bei Ungeborenen Missbildungen verursachen. Die Verbraucherlobby Foodwatch fordert zu kennzeichnen, wie viel Pestizide Lebensmittel enthalten.

Manchen Bio-Produkten verwässert auch der Energieaufwand die Ökobilanz. Im Winter aus Spanien eingeflogene Erdbeeren sind - auch ohne Pestizide - eine Belastung für die Umwelt, weil sie viele Flugkilometer auf dem Buckel haben. Umweltverbände raten, nicht nur „Bio“, sondern auch regional und saisonal zu kaufen. Corinna Hölzel von Greenpeace Deutschland meint: „Für mich ist ein Bio-Apfel nur dann ein Bio-Apfel, wenn er von hier kommt.“


 
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