Unwetter: Welche Wasserschäden versichert sind
zuletzt aktualisiert: 10.08.2007 - 12:30Düsseldorf (RPO). Wer weit weg von Flüssen wohnt, ist vermeintlich sicher vor Hochwasser. Aber nur vermeintlich. Neben Hagel, Sturm und Überschwemmungen ist zunehmend Starkregen die Ursache für Wasserschäden in erheblichen Umfang. Die Bilder aus der ganzen Republik belegen das.
Ins Schwimmen kommt dann, wer eine Wohngebäudeversicherung ohne die Zusatzversicherung "Elementarschäden" abgeschlossen hat. Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Hagel sowie Leitungswasser sind üblicherweise versichert. Schäden durch eindringendes Wasser nicht. Die schweren Regenfälle lassen die Häuser in diesen Tagen auch durch einen Rückstau von innen über die Kanalisation volllaufen.
Die Kosten für eine ergänzende Elementarschaden-Versicherung hängen vor allem von der Gesellschaft und der Lage des Gebäudes ab. In gefährdeten Gebieten verlangen die Versicherer mehr Prämie. "Exakte Angaben können wir nicht treffen, weil das Thema viel zu umfassend ist", sagt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Versicherer in Berlin.
Für ein typisches Einfamilienhaus sind in durchschnittlichen Fällen 100 bis 300 Euro zusätzlich zur Prämie für die Wohngebäude-Versicherung zu veranschlagen. Im Schadenfall muss der Kunde in der Regel zehn Prozent des Schaden selber tragen, meist begrenzt auf 5000 Euro. "Die Zahl der Vertragskonstruktionen ist aber absolut vielfältig", schränkt Schweda ein.
Auf Gefährdungsregionen achten
Die ergänzende Elementarschaden-Versicherung gilt neben Überschwemmung für Gefahren wie Erdbeben, Schneedruck oder Lawinen. Zu achten ist vor allem auf die Absicherung des Rückstaus. Denn diese Leistung ist noch nicht in allen Policen enthalten.
Gab es in einer Region in den vergangenen Jahren bereits Hochwasser, so haben die Versicherer wenig Interesse, eine ergänzende Elementarschaden-Versicherung zu vereinbaren. In bestimmten Regionen sind sie komplett ausgeschlossen.
GDV-Vertreter Schweda wundert sich, dass trotz der wachsenden Überschwemmungsgefahren bundesweit nur zehn Prozent der Versicherungsnehmer das Risiko abgedeckt haben. "Jeder muss rechtzeitig Vorsorge tragen", sagt Schweda. Mutig sei der Vorstoß Bayerns, nach dem jüngsten Hochwasser nur die Bürger zu entschädigen, die sich nachweislich nicht versichern konnten.
Besser dran sind Gebäude-Besitzer in den neuen Bundesländern, die noch eine alte DDR-Police haben. In den heute bei der Allianz geführten Versicherungen war Schutz für Hochwasserschäden obligatorisch.
Auch Hausrat muss ergänzt werden
Für Mobiliar, das im eigenen Keller beschädigt wurde, zählt zwar grundsätzlich die Hausrat-Versicherung. Allerdings sind hier nur die Risiken Feuer, Einbruchdiebstahl, Sturm, Hagel und Leitungswasser versichert - wie bei der Wohngebäude-Versicherung auch hier nicht das Hochwasser.
Für dieses Risiko muss ebenfalls extra mit einer Elementarschaden-Versicherung vorgesorgt werden. Bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro in der Hausratpolice kostet das durchschnittlich etwa 10 bis 50 Euro pro Jahr zusätzlich zur Hausratprämie. Eine Ausnahme gilt wiederum für alte DDR-Policen.
Auch beim Hausrat nimmt Schweda die Betroffenen in die Pflicht: "Wenn ich weiß, dass eine Überschwemmung naht, sollte ich vielleicht meine Waschmaschine vorher aus dem Keller räumen."
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