Wanne als Mittelpunkt: Whirlpool und Dampfdusche machen Bad zur Wellness-Oase
zuletzt aktualisiert: 20.01.2005 - 08:45Mettlach (rpo). Waschen, Duschen, Zähneputzen - dieser Dreiklang bestimmte lange Zeit Aussehen und Funktion von Badezimmern. Doch immer mehr Menschen gönnen sich Luxus im Bad. Vielfach im Mittelpunkt steht dabei die Badewanne, die es nicht nur in einer praktischen Eckform, sondern auch mit luxuriösen Ausstattungen wie Whirlpools oder Dampfduschen gibt.
"Das Badezimmer ist ein Raum zur Entspannung und zum Schönmachen", sagt die Sprecherin des Mettlacher Keramikprodukt-Herstellers Villeroy&Boch, Elke Fischer. Wer sein Bad jetzt renoviert oder komplett neu baut, sollte diesen Aspekt beachten. Überhaupt gibt es auch in diesem Bereich einige neue Trends, die das neue Badezimmer zu einer schicken Wellness-Oase werden lassen.
Im Kommen sind nach den Worten Fischers beispielsweise Badewannen mit einem Whirlpool-Sprudeleffekt, die inzwischen in jedes achte neue Bad eingebaut werden. Immer mehr Deutsche leisten sich den Luxus, neben dem angenehmen Effekt eines Vollbades auch noch das Prickeln auf der Haut oder die Massage durch die einzelnen Düsen zu spüren. Immer noch begehrt und bei kleineren oder verwinkelten Bädern sehr praktisch sind Eckbadewannen. In vielen Bädern wird die Badewanne zum Mittelpunkt, rückt immer mehr in die Mitte des Raumes. Die Auswahl an Formen ist riesig. Es gibt sie unter anderem oval, halbrund, vier- und sechseckig.
Neu und reizvoll sind Fischer zufolge auch Dampfduschen, die allein oder auch zu zweit genutzt werden können. Mit verschiedenen Brausearten kann diese auch wahlweise für eine Massage-, Duft- oder Kneipptherapie genutzt werden.
Natürlich sollte das Bad trotz aller Wellness-Effekte praktisch und schön sein. Doch jeder hat ein anderes Schönheitsempfinden. Wohl deshalb gibt es von den Badherstellern und -designern keine strikten Vorgaben, wie das moderne Bad auszusehen hat. Das beginnt bereits bei den Farben. "Jeder hat seine Vorlieben", sagt Fischer. Der eine liebt es einfarbig, der andere bunt. Ein Dauerbrenner jedoch sind Bordüren an den Fliesen. In vielen Bädern seien sie die Abgrenzung zwischen Wand und Fliesen und setzten in einfarbig gefliesten Bädern farbige Akzente, berichtet die Expertin.
Accessoires setzen Farbpunkte
"Weiß und Chrom sind seit langer Zeit die beherrschenden Farben für die Sanitärobjekte in deutschen Bädern", sagt Peter Tornow, der als Modul-Manager für "Bad Perfect" arbeitet - einem Einkaufsverband für Sanitärinstallateure. Die Farbe komme durch Accessoires wie Fliesen oder Dekoration ins Spiel. Besonders gefragt seien derzeit mediterrane, erdige Töne. "Die wesentliche Farbe des Bades kommt über die Wand", berichtet er.
Wer es schriller mag, kommt auch auf seine Kosten. Die Sanitär-Spezialisten der Düsseldorfer Firma Kosiec bestätigen, dass mittlerweile Farbe aufgelegt wird. Es gebe beispielsweise an Badschränken Glasverkleidungen in knalligen Farben, beleuchtete Kosmetikhocker oder schrille Waschbecken. Erlaubt ist, was gefällt - vom Bad im mediterranen Landhaus-Ambiente bis zum coolen Techno-Look. Unterschiedliche Materialien wie Naturstein, Holz, Glas, Edelstahl, Kunststoff und Aluminium kommen zum Einsatz.
Für Abwechslung im Bad kann auch der Waschtisch sorgen. Ihn gibt es in streng geradliniger, runder und sogar in Ei-Form, wie etwa in einer extravaganten Kollektion von Villeroy&Boch. "Die Ei-Form ist das Designermerkmal", sagt Elke Fischer. Zu einer perfekten Badkollektion gehört, dass das Design von Waschtisch, WC, Bidet und Urinal aufeinander abgestimmt ist. Der Waschtisch prägt die Linie jeder Badkollektion. Aus diesem Grund leiten Designer alle weiteren Badelemente aus seiner Form ab.
Auf Ablageflächen achten
Analog dieses Prinzips sollte bei der Ausstattung eines neuen Bades zuerst der Waschtisch ausgesucht werden. "Benutzt eine Familie mit Kindern das Bad, kann es ruhig ein Doppel-Waschtisch sein", rät Fischer. Ob schrill-bunt oder eher dezent - in jedem Fall sollte das neue Bad genügend Ablagefläche haben. Nur so steht alles für die Körperpflege gleich parat.
Das Wasser sparende Urinal gibt es in Deutschland Tornow zufolge noch sehr selten. Fast ebenso sei es mit dem Bidet, das in südlicheren Ländern in jedem Bad eine Selbstverständlichkeit ist. Dies liege zum einen am mangelnden Platz und zum anderen an der fehlenden Einsicht, dass ein Bidet für die Körperhygiene unerlässlich ist, erklärt Tornow. Inzwischen hätten einige Deutsche jedoch beim Urlaub im Süden Gefallen an dieser nützlichen Einrichtung gefunden und ließen sich in ihr neues Bad auch ein Bidet einbauen.
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