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Förderungen: Wie Studenten an Geld kommen

VON MARK SCHRÖRS - zuletzt aktualisiert: 28.01.2006 - 10:30

Düsseldorf (RP). Wer fürs Studium nicht auf große Ersparnisse oder den reichen Onkel vertrauen kann, muss sich andere Finanzquellen erschließen. Erst recht, wenn, wie absehbar, in vielen Bundesländern Studiengebühren kommen. Aber welche Quellen gibt es? Und welche Tücken lauern?

Studieren ist nicht billig. Rund 700 Euro pro Monat braucht der deutsche Student im Schnitt für Miete und Essen, für Bücher, Internet und Klamotten, wie das Deutsche Studentenwerk (DSW) ausgerechnet hat (siehe Grafik). Erst recht, wenn nun wie in Kürze in NRW Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester dazukommen, stellt sich die Frage: Wie lässt sich das Studium noch finanzieren?

Unterhalt von den Eltern: Laut der jüngsten Sozialerhebung des DSW erhalten 89 Prozent der Studenten Geld von den Eltern (im Schnitt: 435 Euro pro Monat). Diese sind dazu, zumindest wenn es sich um eine angemessene Berufsausbildung handelt, sogar verpflichtet (Paragraph 1610 Abs. 2 BGB). Die „Düsseldorfer Tabelle” ­ eine Unterhaltstabelle der Familiengerichte ­ sieht für nicht bei den Eltern lebende Studenten als Richtwert rund 640 Euro monatlich vor. www.famrz.de/duesseltab.pdf

Jobben: 325 Euro monatlich verdienten Studenten 2003 im Schnitt mit Nebenjobs. Mehr als die Hälfte derer, die nebenher arbeiten (63 Prozent), gibt an, dass sie auf das Geld für den Lebensunterhalt angewiesen ist. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde mahnt trotzdem zur Vorsicht: Wer während der Vorlesungszeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeite, verliere den Studenten-Status. Bis zu 400 Euro Verdienst im Monat („Mini-Jobs”) zahlt der Arbeitgeber die Sozialabgaben. Auch für Studenten gilt der jährliche Steuerfreibetrag von 7664 Euro. Wer mehr verdient, sollte daran denken, Werbungs- und Studienkosten abzuziehen. Für Meyer auf der Heyde ist zentral, dass ein Job, wenn möglich, mit dem Studium zu tun hat ­ um die Berufsaussichten zu verbessern. www.studentenwerke.de/pdf/JobbenFlyer2004_pdf.pdf

Bafög: 1971 als 100-prozentiger Zuschuss gestartet, war das Geld aus dem Berufsausbildungsförderungsgesetz zwischenzeitlich ein vollständig zurück zu zahlendes Darlehen. Aktuell gibt es 50 Prozent geschenkt; die andere Hälfte ist als zinsloses Darlehen nach dem Studium abzustottern. Für alle, die nach März 2001 ihr Studium begonnen haben, ist die Darlehenssumme auf maximal 10.000 Euro begrenzt ­ was vor allem jene freut, die den Höchstsatz und so während des Studiums bis zu 31.500 Euro Förderung kriegen. Die Förderung reicht von zehn bis zu 585 Euro im Monat. Laut DSW bekamen Empfänger 2004 im Schnitt 371 Euro. Entscheidend für die Höhe ist in erster Linie das Einkommen der Eltern und eigenes Vermögen. Laut einer Faustformel haben diejenigen gute Chancen auf Bafög, deren Eltern weniger als 32.000 Euro versteuertes Jahreseinkommen haben. Eigener Verdienst wird übrigens ab 350 Euro im Monat angerechnet. Eine Tücke, auf die viele Empfänger laut DSW nicht achten: Wenn Eltern Vermögen auf ihre Kinder übertragen, etwa Sparbücher, müssen die Studierenden das angeben.

Hilfe zum Studienabschluss: Wer die Bafög-Höchstdauer mit einer guten Begründung wie etwa Schwangerschaft überschreitet, kann diese Hilfe, die eine Form des Studentendarlehens ist, beantragen. Die Förderung (maximal zwölf Monate) ist komplett zurückzuzahlen. Ein Anbieter ist die KfW-Förderbank. Viele Darlehensbanken der Studentenwerke verlangen keine Zinsen.

Stipendien: Hunderte Stiftungen unterstützen in Deutschland Studierende ­ und zwar nicht nur Einser-Abiturienten. Manche Stiftung fördert etwa den Nachwuchs aus bestimmten Regionen, andere primär gesellschaftliches Engagement. Laut DSW erhielten Stipendiaten 2003 im Schnitt 318 Euro im Monat.

Bildungskredit: Für außergewöhnlichen Aufwand bietet die staatliche Förderbank KfW diesen Kredit. Maximal 24 Monate lang gibt es 300 Euro monatlich. Die aktuelle Verzinsung liegt bei 3,25 Prozent.

Quelle: Rheinische Post

 
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