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Mönchengladbach
Real zieht von Gladbach nach Düsseldorf

Mönchengladbach. Die Metro-Tochter bündelt die Verwaltung. Dem Umbau fallen 500 Vollzeitstellen zum Opfer. Von Georg Winters

Beim Sparen gibt es für die SB-Warenhauskette Real kein Tabu. Die Tochter des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro schließt ihre Hauptverwaltung in Mönchengladbach und zieht nach Düsseldorf um. Der Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest. Das Unternehmen erklärte gestern: "Im Zuge der Reorganisation und Restrukturierung der Verwaltungsbereiche werden die Zentralfunktionen in absehbarer Zeit am Standort Düsseldorf zusammengelegt."

Der Umzug betrifft entsprechend nicht nur Mönchengladbach, sondern auch Standorte von Unternehmen, die Real in der Vergangenheit gekauft hat. Derzeit arbeiten in Mönchengladbach rund 500 Mitarbeiter in der Verwaltung. Darüber hinaus gibt es Verwaltungsstandorte in Sarstedt (bei Hannover), Wörrstadt und Düsseldorf, an denen insgesamt rund 1100 weitere Mitarbeiter beschäftigt sind.

Dem Umbau fallen in der Verwaltung etwa 500 Vollzeitstellen zum Opfer. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiter liegt aber höher, weil es auch Teilzeitbeschäftigte gibt. Wie hoch sie sein wird, kann Real noch nicht sagen. Auch die Frage, wie viele Vollzeitstellen es derzeit insgesamt in der Real-Verwaltung gibt, konnte der Konzern gestern nicht beantworten.

Durch die Bündelung in der Landeshauptstadt, wo die Hauptverwaltung voraussichtlich Platz auf dem Metro-Gelände finden soll, will Real einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag sparen. Zu der Frage, wie viel Geld der Stellenabbau kosten wird, wollte sich die Metro-Tochter gestern noch nicht äußern. "Die Geschäftsführung wird zügig die Verhandlungen mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen über sozialverträgliche Lösungen für die Beschäftigten aufnehmen. Betriebsbedingte Kündigungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden", teilte der Warenhausbetreiber mit.

Gleichzeitig sollten im Vertrieb von Real in den kommenden Jahren bis zu 3000 Arbeitsplätze neu entstehen, kündigte das Unternehmen an. Damit solle der Service für die Kunden verbessert werden, heißt es in einer Mitteilung.

Die SB-Wartenhauskette, die in den vergangenen Jahren stets ein Sorgenkind der Metro gewesen ist, soll im kommenden Jahr gemeinsam mit der Großhandelssparte Cash & Carry eine Gesellschaft bilden, deren Anteile an der Börse notiert sein sollen. Formal behält die Metro das Geschäft mit den Elektronikmärkten (Media-Markt, Saturn) und wird zehn Prozent der Anteile an einem neuen Unternehmen halten, in das Cash & Carry, Real sowie weitere Bereiche wie Logistik, IT und Immobilien ausgegliedert werden. Die restlichen 90 Prozent der Anteile verbleiben zunächst bei den heutigen Metro-Aktionären, unter anderem dem Duisburger Familienkonzern Haniel.

Quelle: RP
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