Verlust geringer als erwartet: Reederei Hapag-Lloyd nähert sich Gewinnzone
zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 - 12:55Hannover (RPO). Die Reederei Hapag-Lloyd nähert sich dank gestiegener Frachtraten und -mengen wieder der Gewinnzone an. Im Schlussquartal 2009 fiel ein operativer Verlust von nur noch 21 Millionen Euro an, nachdem sich das Minus in den ersten neun Monaten auf 675 Millionen summiert hatte.
Damit fällt der Jahresverlust wohl rund ein Drittel niedriger aus als zunächst befürchtet. Für das Geschäftsjahr 2010 sei für Hapag-Lloyd mit einer deutlichen Erholung zu rechnen, sagte Horst Baier, designierter Finanzchef beim Ex-Mutterkonzern Tui, am Montag. Allerdings werde Hapag 2010 weiterhin rote Zahlen schreiben. "Das operative Ergebnis von Hapag-Lloyd könnte im ersten Quartal 2010 etwas schlechter ausfallen als im vierten Quartal 2009", ergänzte er.
Die weltweit fünftgrößte Reederei war infolge des eingebrochenen Welthandels in Schieflage geraten und musste von den Eignern mit rund 1,8 Milliarden Euro gestützt werden. Der Staat gewährte eine 1,2 Milliarden Euro schwere Bürgschaft. "Wenn der Erholungstrend anhält, ist es gut möglich, dass Hapag-Lloyd die Staatsbürgschaft nicht in Anspruch nehmen muss", bekräftigte Baier. Es sei aber noch verfrüht, das mit Sicherheit zu sagen, da noch einige Schiffsfinanzierungen auf die Reederei zukämen.
"Die ab März fälligen Anzahlungen für bestellte Schiffe wird Hapag-Lloyd ohne Probleme leisten können", ergänzte Baier. Er verwies auf den Barmittelbestand der Reederei von zuletzt 400 Millionen Euro bei einem Schuldenstand von rund einer Milliarde. 2010 erhält Hapag sechs neue Schiffe, weitere sechs in den Jahren 2011 und 2012.
"Volumen und Frachtraten haben die Talsohle durchschritten", sagte Baier. Für beide Kenngrößen zeigte der Trend im Zeitraum Oktober bis Dezember erstmals wieder nach oben. Dennoch lag das Transportvolumen von Hapag-Lloyd im abgelaufenen Quartal 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Frachtraten fielen im Schnitt 16 Prozent niedriger aus. Der Umsatz sank auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 1,6 Milliarden. Für das Gesamtjahr erwartet Tui für den Containerschifffahrtsmarkt ein Plus von weltweit acht Prozent.
Von dem 1,1 Milliarden Dollar schweren Kostensenkungsprogramm seien bereits 820 Millionen an Einsparungen umgesetzt, sagte Baier. Hapag hatte seinen Schiffen eine langsamere, verbrauchsarme Fahrweise verordnet, Liniendienste zusammengelegt und niedrigere Hafengebühren ausgehandelt. Zudem baut der Konzern bis Jahresende weltweit rund 500 Arbeitsplätze ab, davon 120 in Deutschland. Derzeit beschäftigt das Unternehmen rund 7700 Mitarbeiter.
Tui hatte auf Druck seiner Eigner vor knapp einem Jahr 57 Prozent der Hapag-Lloyd-Anteile an das Konsortium Albert Ballin verkauft, dem neben der Stadt Hamburg unter anderem der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne angehört. Auf 43 Prozent der Anteile blieb TuiI zunächst sitzen, der Konzern kann sie dem Konsortium aber 2012 andienen.
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