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Berlin
Reform soll Schwindel mit Lebensmittelzutaten stoppen

Berlin. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass in Kalbsleberwurst auch Kalbsleber enthalten ist. Für Verbraucher ist derlei Etikettenschwindel ärgerlich. Zuständig für die Regelung von Zutaten ist die sogenannte Lebensmittelbuch-Kommission. Christian Schmidt (CSU), Agrar- und Ernährungsminister, hat das mächtige Gremium nun einer Reform unterzogen. "Mein Ziel ist, dass die Realität im Supermarktregal stärker der Verbrauchererwartung entspricht", sagte Schmidt unserer Redaktion.

Die neue, seit gestern geltende Geschäftsordnung sieht unter anderem vor, dass repräsentative Verbraucherstudien stärker in der Arbeit der Kommission berücksichtigt werden. Darunter fallen auch die Erkenntnisse des Portals www.lebensmittelklarheit.de, wo Verbraucher Beschwerden über Etikettenschwindel melden können. Das Portal der Verbraucherzentralen hat nun ein Vortragsrecht im Präsidium. Zudem müssen sich die 32 Experten der Kommission künftig mindestens einmal jährlich treffen und ihre Leitsätze auf Aktualität prüfen.

Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, hatte vor der Reform immer wieder eine zu schwache Stellung der Verbraucherseite in der Kommission angemahnt. Auf Anfrage sagte er, die Lebensmittelkennzeichnung orientiere sich noch viel zu häufig an den Interessen der Unternehmen. Chefin der Kommission bleibt Birgit Rehlender von Stiftung Warentest.

(jd)
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