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Paris
Renault ruft 15.800 Fahrzeuge zurück

Paris. Wenige Tage nach einer Razzia bei Renault reagiert der französische Autobauer mit einem Rückruf von Diesel-Fahrzeugen auf den Streit um Abgaswerte. Der Konzern bestellt mehr als 15.800 Fahrzeuge in die Werkstätten, um die Motoren gemäß Emissionsvorschriften neu einzustellen. Die Durchsuchungen hatten angesichts des VW-Skandals für Unruhe in der Branche gesorgt. Laut Pariser Regierung war aber keine manipulierte Software im Spiel.

Umweltministerin Segolene Royal sagte gestern, Renault habe sich zum Rückruf bereiterklärt. Dabei solle die korrekte Funktion von Filtersystemen auch bei sehr niedrigen und sehr hohen Temperaturen sichergestellt werden. Unter diesen Bedingungen habe es bei Tests Probleme gegeben. Renault sei aber nicht der einzige Hersteller, dessen Fahrzeuge Abgasnormen verletzten. Namen nannte sie nicht.

Verwirrung gab es gestern über einen vermeintlichen Rückruf von bis zu 700.000 Fahrzeugen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, Renault habe eine Software ins Gespräch gebracht, mit der der Stickoxid-Ausstoß im Straßenverkehr gesenkt werden soll. Ab Juli sollten dafür die Besitzer von rund 700.000 Renault-Diesel-Fahrzeugen kontaktiert werden. Den Besitzern werde eine freiwillige Überprüfung angeboten. Für diese Modelle sei eine Aufrüstung denkbar.

Renault dementierte die Zahl wenig später in einer Pressemitteilung und betonte, das Problem sei in der laufenden Produktion behoben worden. Eine Anfrage, ob auch Fahrzeuge in Deutschland betroffen sein könnten, beantwortete das Unternehmen gestern bis Redaktionsschluss nicht.

Seit Volkswagen zugegeben hatte, Stickstoffwerte bei Diesel-Autos geschönt zu haben, steht auch die Konkurrenz unter Beobachtung von Behörden, Justiz und Öffentlichkeit.

Der Kurs von Renault war nach Bekanntwerden der Vorwürfe eingebrochen. Der französische Staat hält knapp 20 Prozent an Renault, will seine Anteile aber nicht verkaufen.

Auch bei Opel sorgen Abgaswerte für Aufregung. Reportern des belgischen Staatsfernsehens zufolge hat Opel in Belgien Wagen der Marke Zafira für ein "Service-Update" in die Werkstatt gerufen. Im Anschluss an den Werkstattbesuch stießen die Fahrzeuge demnach plötzlich dreimal weniger Stickstoffdioxid aus als zuvor. Das TV-Team hatte unabhängige Tester damit beauftragt, die Werte vor und nach dem Update zu untersuchen. "Es besteht der Verdacht, dass Opel heimlich das Emissionsverhalten seiner Autos verbessert", sagte Abgasexperte Thomas More von der Firma Emissions Analytics. Opel streitet dies ab.

(frin/rtr)
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