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Berlin
Rocket Internet enttäuscht die Börse

Rocket Internet: Start-up-Fabrik enttäuscht die Börse
FOTO: dpa, ped lof kde
Berlin. Die Bewertungshalbierung bei Home24 verschärft die Probleme.

Nach der Halbierung des Beteiligungswertes beim Online-Möbelhändler Home24 hat die Start-up-Fabrik Rocket Internet an der Börse kräftig Federn lassen müssen. Die Rocket-Aktie sank bis gestern Nachmittag um fast vier Prozent, machte aber zum Schluss einen Teil des vorher erlittenen Verlustes wieder wett.

Home24 ist bereits die zweite Beteiligung in diesem Jahr, bei der Rocket Internet die Bewertung in einer Finanzierungsrunde zusammenstreichen muss. Im Frühjahr war schon die Bewertung der Global Fashion Group, in der mehrere Rocket-Beteiligungen im Modehandel zusammengefasst sind, von rund 2,8 Milliarden auf eine Milliarde Euro gesunken. Home24 wurde jetzt bei einer neuen Finanzspritze mit 420 Millionen Euro bewertet. Zuvor hatte sie bei 981 Millionen gelegen. Die Bewertung entscheidet darüber, welchen Anteil ein Investor in einer Finanzierungsrunde für einen bestimmten Betrag bekommt. Ermittelt wird sie unter anderem auf Basis der Erwartungen an das künftige Geschäft.

Die Korrektur bei Global Fashion Group hatte großen Anteil daran, dass Rocket Internet für das erste Halbjahr einen Verlust von 617 Millionen Euro ausweisen musste. Das Unternehmen hält Beteiligungen an Internet-Firmen mit dem Fokus auf Online-Handel sowie Essenszustellung. Rocket-Chef Oliver Samwer hatte nach dem Halbjahresverlust das Ziel bekräftigt, bis Ende 2017 drei Beteiligungen operativ profitabel zu machen. Bisher steckten die wichtigsten Rocket-Beteiligungen allesamt selbst beim bereinigten operativen Ergebnis in den roten Zahlen. Samwer erklärte stets, im Online-Handel seien Anfangsjahre mit hohen Investitionen und Verlusten unvermeidbar, um die nötige Größe zu erreichen.

Ausführliche Zahlen zum Rocket-Internet-Geschäft im ersten Halbjahr 2016 soll es am 22. September geben.

(dpa)
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