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Vorwurf der Geldwäsche
Polizei nimmt Ex-IWF-Direktor Rato fest

Rodrigo Rato: Vorwurf der Geldwäsche
Rodrigo Rato wird von der spanischen Polizei abgeholt. FOTO: dpa, mk. ms
Madrid . Der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, sieht sich in Spanien weiteren Ermittlungen wegen Geldwäsche ausgesetzt.

Nach seiner vorübergehenden Festnahme in Madrid ist er wieder auf freiem Fuß. Der 66-Jährige konnte nach einer mehrstündigen Durchsuchung seiner Wohnung und seines Büros in der Nacht zum Freitag heimkehren, wie spanische Medien berichteten. "Ich habe Vertrauen in die Justiz und habe aktiv mit ihr kooperiert", sagte Rato der staatlichen Nachrichtenagentur Efe. Der zuständige Ermittlungsrichter habe die Freilassung des Ex-IWF-Chefs angeordnet, hieß es.

Das Fernsehen zeigte, wie Rato von Beamten in einen Polizeiwagen gesetzt wurde, um sie zur Durchsuchung seines Büros zu begleiten. Laut Angaben aus Justizkreisen wird ihm Geldwäsche, Betrug und die Verheimlichung von Vermögenswerten vorgeworfen. Demnach dauerte die Durchsuchung seiner Wohnung in einem schicken Viertel der spanischen Hauptstadt vier Stunden. Die konservative Regierung von Mariano Rajoy weigert sich seit Tagen, Berichte über Vorwürfe gegen Rato wegen Geldwäsche zu bestätigen.

Laut Presseberichten interessiert sich die Staatsanwaltschaft für die Herkunft von 6,2 Millionen Euro, die der frühere spanische Wirtschaftsminister im Zuge einer allgemeinen Steueramnestie aus dem Ausland zurückgeholt hatte. Rato erklärte, das Geld stamme von Aktienoptionen, die er 2008 erhalten hatte. Gegen den einst einflussreichen konservativen Politiker wird bereits in zwei anderen Affären ermittelt. Er wurde deshalb inzwischen aus der konservativen Regierungspartei PP ausgeschlossen.

Weitere Vorwürfe: Betrug, Unterschlagung und Kontenfälschung

In dem einen Verfahren wird ihm Betrug, Unterschlagung und Kontenfälschung beim Börsengang der Bank Bankia im Jahr 2011 vorgeworfen. Rato hatte von 2010 bis 2012 die Bank geleitet, die 2012 von der Regierung mit 20 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet werden musste. Hunderttausende Kleinaktionäre waren damals ruiniert worden. Die Schieflage der Bank hatte die Europäische Union gezwungen, dem spanischen Bankensektor mit 41,4 Milliarden Euro zur Hilfe zu kommen.

In dem anderen Verfahren geht es um den betrügerischen Einsatz von Bankkarten der Caja Madrid. Nach Presseangaben wurden diese Karten von der Führung der Sparkasse ohne Kontrolle für ihre persönlichen Ausgaben benutzt. Während Justizminister Rafael Cartala betonte, die Durchsuchung zeige, dass das Gesetz durchgesetzt werde, sprach der sozialistische Oppositionsführer Pedro Sanchez von einem "echten Skandal" und forderte einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

(AFP)
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