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Duisburg
Rohstoffhandel trübt die Bilanz von Haniel

Duisburg. Für Rohstoffhändler sind die Zeiten hart. Die Preise für Rohöl, Eisen, Nickel und Chrom sind eingebrochen, und die Aussicht auf schnelle Besserung ist bescheiden gering. Darunter leidet auch die Haniel-Tochter ELG, die die Bilanz des Duisburger Familienunternehmens für 2015 deutlich trübt. Sechs Millionen Euro operativen Verlust hat ELG gemacht, nach einem Gewinn von knapp 60 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz ist um 17 Prozent auf gut 1,8 Milliarden Euro gesunken. Von Georg Winters

ELG musste im vergangenen Jahr nicht nur den Preisabsturz verkraften, sondern auch Absatzeinbußen hinnehmen. Der Grund: In China ist die Nachfrage gesunken; was dort nicht mehr verkauft werden konnte, hat teilweise den europäischen Markt überschwemmt. Und da der Rohstoffhändler für fast die Hälfte des Haniel-Umsatzes steht, trifft sein schlechtes Abschneiden natürlich den gesamten Konzern. Der hat drei Prozent beim Umsatz und elf Prozent beim operativen Ergebnis verloren - trotz aller Verbesserungen in den anderen Sparten.

Am auffälligsten sind natürlich die Veränderungen beim Handelskonzern Metro. An dem hält Haniel zwar nur noch 25 Prozent, aber der Ergebnisbeitrag hat sich auf 57 Millionen Euro vervierfacht. Die Metro macht im Beteiligungsportfolio der Haniels noch 40 Prozent aus. Das entspricht einem Wert von 2,3 Milliarden Euro - Tendenz womöglich steigend nach der geplanten Aufspaltung in die Bereiche Groß- und Lebensmittelhandel (Cash & Carry, Real) und Elektronikhandel (Media-Mark, Saturn). Deswegen hat Haniel die vorgesehene Teilung ja auch ausdrücklich begrüßt.

Die Digitalisierung ist auch für Haniel zum Zukunftsthema geworden. "Schacht one" heißt das Vorzeigeobjekt der Gruppe. Auf der Zeche Zollverein soll eine "digitale Werkbank" für die Unternehmen entstehen, an denen Haniel beteiligt ist. Der Konzern plant eine enge Verzahnung mit den Venture-Capital-Aktivitäten der Holding. In solche Fonds steckt Haniel bis zu 50 Millionen Euro, und natürlich sollen diese Investments Kandidaten auftun, die irgendwann zum Portfolio der Gruppe dazugehören könnten.

Für Zukäufe hat Haniel nach eigenen Angaben jedenfalls genug Geld in der Kasse. Rund 1,3 Milliarden Euro Eigenmittel hat der Konzern in der Hinterhand. Seine Nettofinanzschulden hat Haniel binnen vier Jahren von fast fünf Milliarden auf weniger als 500 Millionen Euro zurückgefahren.

Quelle: RP
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