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Düsseldorf
Rubel-Schwäche belastet Metro

Düsseldorf. 40 Millionen Euro Umsatz gehen allein durch Wechselkurseffekte verloren. Von Georg Winters

Das Urteil von Olaf Koch ist eindeutig: "Russland war unser Schwachpunkt", sagt der Metro-Chef mit Blick auf das erste Quartal des Geschäftsjahres 2015/16, das gleichzeitig das letzte des vergangenen Kalenderjahres war. Die Schwäche des russischen Rubel hat den Düsseldorfer Konzern in diesen drei Monaten etwa 40 Millionen Euro Gewinn gekostet, und diese Ballast g dürfte im Gesamtjahr noch schwerer wiegen. Der operative Gewinn ist in diesem Zeitraum auf 828 Millionen Euro gesunken -ein Minus von etwa sieben Prozent. Die Börse reagierte mit einem Minus von rund fünf Prozent.

Der Rückgang ist laut Koch auch dadurch begründet, dass viele Russen angesichts des schwachen Rubel im vergangenen Jahr Einkäufe vorgezogen hätten. Das habe man nicht wiederholen können.Trotz der andauernden Probleme hält die Metro aber daran fest, dass Russland ein Wachstumsmarkt bleiben soll. Nur: So schnell wie in der Vergangenheit will die Metro dort nicht mehr vorankommen. 84 der insgesamt 750 Cash&Carry-Märkte stehen in Russland.

Das zweite Problemfeld der Metro ist Real. Flächenbereinigt hat das SB-Warenhaus von Oktober bis Dezember noch einmal 1,6 Prozent an Umsatz verloren. Unbereinigt beträgt das Minus sogar vier Prozent. Dass Real den Vorsteuergewinn (Ebit) mit 83 Millionen Euro ungefähr konstant halten konnte, liegt auch an entsprechenden Einsparungen. Weiterhin beklagt Koch die Höhe der Personalkosten, die um teils 30 Prozent über denen der Wettbewerber lägen. Und so bleibt es auch dabei, dass Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe nur dann getätigt werden, wenn es bei den Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi über einen Haustarifvertrag eine Lösung gibt.

Insgesamt ist Koch mit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres aber zufrieden. In Deutschland haben die Großhandelsmärkte und Media-Saturn von der Kauflust der Bürger profitiert. Und der Verkauf des Vietnam-Geschäfts hat immerhin dafür gesorgt, dass der Nettogewinn um etwa ein Drittel auf rund 549 Millionen gestiegen ist. Dank dieser Veräußerung und des Kaufhof-Galeria-Deals ist die Nettoverschuldung von 1,5 Milliarden auf 100 Millionen Euro zurückgegangen. So wenig Schulden hatte die Metro in ihrer Geschichte noch nie. Koch sieht damit neuen Spielraum für Zukäufe.

Quelle: RP
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