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Düsseldorf
Rüstungssparte verdirbt Rheinmetall die Bilanz

Düsseldorf. Für Rheinmetall wird das einst florierende Rüstungsgeschäft zum Bremsklotz. Das Düsseldorfer Unternehmen senkte gestern zum zweiten Mal binnen weniger Monate seine Jahresprognose und peilt jetzt nur noch ein operatives Ergebnis von 150 Millionen Euro an. Ursprünglich hätten es bis zu 100 Millionen Euro mehr sein sollen, dieses Ziel hatte Vorstandschef Armin Papperger schon im August aufgegeben. Dem Konzern machen Absagen und Verzögerungen von Exportgenehmigungen zu schaffen.

Die im M-Dax notierte Aktie fiel zeitweise um mehr als elf Prozent. "Die Zahlen sind wirklich schlecht, vor allem die Lage in der Rüstungssparte ist dramatisch", sagte ein Aktienstratege. Da half es wenig, dass das Geschäft mit Autoteilen besser läuft als erwartet. Hier werde der Gewinn wohl bei 180 Millionen Euro liegen anstatt bei 165 Millionen. Pappergers Vorgänger Klaus Eberhardt hatte das Autozuliefergeschäft an die Börse bringen wollen, dies jedoch wegen schlechter Rahmenbedingungen abgeblasen. Nun wird es immer mehr zur Stütze des Traditionsunternehmens.

Die einst als Gewinnbringer geltende Rüstungssparte sorgt seit Monaten für Ärger. So hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Sommer die Genehmigung für den Verkauf eines Gefechtsübungszentrums nach Russland kassiert. Rheinmetall rechnet in seinem Rüstungsgeschäft nun insgesamt in diesem Jahr mit einem Verlust von zehn Millionen Euro.

Rheinmetall legt übermorgen seine Quartalszahlen vor. Vorab teilte der Konzern mit, dass der Umsatz in den ersten neun Monaten um neun Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen ist. Der Gewinn belief sich auf 23 Millionen Euro nach einem Verlust von zwei Millionen im Vorjahrszeitraum.

(rtr)
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