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Essen
RWE-Städte wollen in Aufsichtsrat

Essen. Sie wollen bei neuer Tochter mitbestimmen. Kritik an Teriums Gehalt wächst. Von Antje Höning

Die wegen der Dividenden-Streichung verärgerten Städte fordern ein Entgegenkommen von RWE, andernfalls wollen sie dem Vorstand einen Denkzettel verpassen. "Die Kommunen haben sich noch nicht entschieden, ob sie auf der Hauptversammlung dem Vorstand um Peter Terium die Entlastung verweigern. Das hängt auch davon ab, ob es (heute) auf der Aufsichtsratssitzung eine vertrauensbildende Maßnahme gibt", sagte Ernst Gerlach, Chef des Verbands kommunaler RWE-Aktionäre, unserer Redaktion. So könne der Vorstand den Städten entgegen ersten Ankündigungen Platz im Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft (Newco) einräumen, in die RWE seine Zukunftsgeschäfte abspalten will.

Die Städte halten 25 Prozent der RWE-Anteile, stellen auf Hauptversammlungen aber annähernd die Mehrheit. Im Aufsichtsrat der RWE AG, die die Problemgeschäfte behält, sind die Städte mit vier Sitzen vertreten. Doch bei der Newco sollen sie bislang leer ausgehen. Dabei seien die Städte wichtige Partner der Newco, sagt Gerlach, etwa als Standorte für Windräder oder Auftraggeber. Das heißt: Geht Terium nicht auf die Städte zu, drohen diese mit dem Entzug der lukrativen Konzessionsverträge. Heute kommt der Aufsichtsrat zusammen, um über Bilanz, Dividende und den Umbau zu beraten.

Als gutes Zeichen würde auch ein Gehaltsverzicht angesehen. "Es wäre es eine vertrauensbildende Maßnahme, wenn der Vorstand selbst einen Beitrag zur Sanierung leistet", sagt ein Vertreter der Kommunen. RWE-Chef Peter Terium hatte im vergangenen Jahr 6,2 Millionen Euro Gesamtvergütung erhalten. Damit bekam er mehr als Deutschlands erfolgreichster Manager, Bayer-Chef Marijn Dekkers (5,8 Millionen). Und auch mehr, als RWE dieses Jahr an die Vorzugsaktionäre ausschütten will.

Die Städte gehen nicht davon aus, dass sie die Streichung der Dividende für 2015 noch verhindern können - zumal die Gewerkschaften im Aufsichtsrat mit den übrigen Kapitalvertretern an einem Strang ziehen. "Angesichts der Verluste ist eine Dividende tatsächlich nicht machbar", sagt Gerlach. Doch die überfallartige Ankündigung habe Vertrauen zerstört.

Quelle: RP
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