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Berlin/Seoul
Samsung: Akku-Explosion im Handy

Berlin/Seoul. Der Konzern stoppt den Verkauf des Galaxy Note 7, weil Geräte Feuer fingen.

Am 19. August hat Samsung begonnen, das neue Smartphone Galaxy Note 7 in mehreren Ländern auszuliefern, gestern wurde zum geplanten Start in Deutschland die Notbremse gezogen: Der Weltmarktführer für Smartphones stoppte den Verkauf komplett, weil Akkus beim Laden Feuer gefangen hatten oder sogar explodierten. Das hatten Online-Medien berichtet.

Samsung bestätigte 35 Beschwerden. In 24 davon sei das Problem mit den Batterien aufgetreten. Bisher sind in zehn Ländern eine Million des rund 800 Euro teuren Edelgerätes verkauft worden. Die Smartphones können zurückgegeben werden. Der Akku ist mit 3500 Milliamperestunden deutlich stärker als bei den meisten Smartphones.

Eine Woche bevor Apple die neue iPhone-Generation vorstellt, ist die Rückrufaktion von Samsung eine schlimme Blamage. Analysten hatten geschätzt, dass der koreanische Konzern bis Jahresende noch rund 14 Millionen Note 7 liefern könnte. Nun rechnen vom Finanzdienst Bloomberg befragte Experten nur noch mit bis zu zwölf Millionen.

Im zweiten Quartal hatte Samsung 77 Millionen Smartphones abgesetzt, Apple gut 40 Millionen iPhones. Weil Apple aber im Schnitt pro Gerät deutlich mehr Geld erlöst, sind die Gewinne viel höher - der Börsenwert von Apple liegt bei 500 Milliarden Euro, der von Samsung bei 180 Milliarden - immer noch doppelt soviel wie Deutschlands wertvollster Konzern SAP.

Experten führen die Feuergefahr bei den Akkus darauf zurück, dass die High-Tech-Konzerne immer mehr Energie für den Betrieb von Smartphones und Laptops abspeichern wollen, ohne Größe und Gewicht zu stark zu erhöhen. "Das erhöht auch die Hitzeentwicklung", sagt ein Telekom-Ingenieur, "entsprechend müssen die Anbieter aufpassen."

Vergangenes Jahr startete HP ein Austauchprogramm für bestimmte Notebook-Akkus. 2013 musste ein Boeing-Dreamliner in Japan notlanden, weil ein Lithium-Ionen-Akku in Brand geraten war - seitdem sind die Fluggesellschaften bei größeren Mengen an Akkus sehr sensibel. Samsung hat seither an der Entwicklung weniger gefährlicher Akkus mitgearbeitet.

(rky)
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