Elf Prozent mehr in einem Jahr: Satte Gehaltssteigerungen für Topmanager
zuletzt aktualisiert: 16.10.2006 - 13:08Frankfurt/Main (rpo). Die Vorstände der größten deutschen Unternehmen können sich über kräftige Gehaltserhöhungen freuen: Einer Studie zufolge verdienten sie 2005 elf Prozent mehr als im Jahr davor. Am besten bezahlt sind die Manager bei der Deutschen Bank.
Mit im Schnitt drei Millionen Euro verdienten die Chefs der 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex (Dax) elf Prozent mehr als im Vorjahr, wie eine am Montag in Frankfurt am Main vorgelegte Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ergab. Das durchschnittliche Salär der übrigen Vorstände kletterte demnach ebenfalls um elf Prozent auf 1,7 Millionen Euro. Bis auf den Reisekonzern TUI haben dabei alle Unternehmen, die ihren Vorständen die Gehälter erhöhten, auch ihre Ergebnisse verbessert.
DSW-Hauptgeschäftführer Ulrich Hocker erwartet, dass die Vergütungen in diesem Jahr erneut steigen werden, "da es den Unternehmen im Schnitt besser geht als im Vorjahr". Unter den 30 Vorstandsvorsitzenden im Dax war Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann 2005 mit einem jährlichen Einkommen von 8,4 Millionen Euro ohne Aktienoptionen erneut der Spitzenverdiener. Auf dem zweiten Platz folgten der neue DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche und dessen Amtsvorgänger Jürgen Schrempp, die zusammen 5,2 Millionen Euro ohne Aktienoptionen erhielten. Dagegen musste sich Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber mit 1,3 Millionen Euro erneut mit dem geringsten Salär unter den Chefs im Dax begnügen.
Wie in den vergangenen Jahren zahlte die Deutsche Bank auch ihren übrigen Topmanagern mit im Schnitt 3,8 Millionen Euro das höchste Gehalt. Auf den folgenden Rängen landeten der Softwareriese SAP und der Autobauer DaimlerChrysler. Die Vorstandsmitglieder beim Dax-Neuling Postbank landeten mit gut 878.000 Euro Jahresverdienst am Ende der Rangliste hinter der Lufthansa.
Hocker mahnte die Vorstände, beim Thema Gehaltserhöhungen nicht die Bodenhaftung zu verlieren. In den vergangenen Wochen hatte es insbesondere heftige Debatten um die Bezüge der Siemens-Vorstände gegeben. Während tausende Mitarbeiter der insolventen BenQ Mobile, der ehemaligen Handysparte von Siemens, um ihren Job bangen, sollten ursprünglich im Vorstand des Münchner Elektronikkonzerns die Gehälter um 30 Prozent steigen. Das Vorhaben wurde dann aber schließlich zurückgestellt, und das Geld in einen Fonds für die Beschäftigten der einstigen Mobilfunksparte eingezahlt.
Hocker kritisierte, dass viele Konzerne aus den Gehältern und Bewertungsmaßstäben noch immer ein Geheimnis machten, obwohl dies längst internationaler Standard sei. Spätestens im Geschäftsbericht 2006 sind die Aktiengesellschaften gesetzlich gezwungen, die Gehälter ihrer Vorstände individuell offen zu legen. Dennoch weigerten sich mit DaimlerChrysler, BMW, BASF, Henkel, Münchner Rück, Linde und Fresenius Medical Care allein im Dax sieben Konzerne, ihre Aktionäre schon vorher über die Gehälter ihrer Vorstandsvorsitzenden zu informieren.
Hocker beanstandete zudem die gesetzliche Hintertür, womit die Transparenz aufgehoben werden kann, wenn 75 Prozent des anwesenden Kapitals auf der Hauptversammlung dies beschließt. Konzernchef Erich Sixt vom gleichnamigen Autovermieter hatte dies ebenso durchgesetzt wie Porsche. Bei beiden Unternehmen halten die Gründerfamilien die Mehrheit der Aktien.
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