Das Leben Jürgen Schrempps ist so eng mit der Geschichte des Autokonzerns DaimlerChrysler verknüpft wie das kaum eines anderen. Knapp 40 Jahre, davon die vergangenen zehn Jahre als Vorstandschef, widmete der heute 60-Jährige dem Konzern. Im Alter von 23 Jahren hatte der in Freiburg im Breisgau geborene Sohn eines Verwaltungsangestellten als frisch gebackener Maschinenbauingenieur in der Stuttgarter Konzernzentrale begonnen.
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Seine Aufgaben führten den passionierten Bergsteiger und Hobbytrompeter zunächst vor allem nach Südafrika. Ende der 80er Jahre kam er zurück nach Stuttgart und wechselte in den Bereich Nutzfahrzeuge und anschließend an die Spitze der Daimler-Benz Aerospace AG (Dasa).
Im Juni 1994 stellte der Daimler-Benz-Aufsichtsrat frühzeitig die Weichen für die Nachfolge von Konzernchef Edzard Reuter und bestellte Schrempp zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Sein Amt trat er im Mai 1995 an. Reuters umstrittene Vision vom integrierten Technologiekonzern verlangte aufgrund der hohen Verluste schon bald eine Umgestaltung des Konzerns. Schrempps "Generalbereinigung" straffte den Konzern von 35 auf 23 Geschäftsbereiche.
1998 vollzog Schrempp die Fusion mit dem drittgrößten US-Autokonzern Chrysler zum weltweit drittgrößten Autohersteller. Der Nutzen des Zusammenschlusses bleibt bis heute umstritten. 2000 übernahm DaimlerChrysler ein Drittel am japanischen Hersteller Mitsubishi, um sich den Zugang zum asiatischen Markt zu sichern.
Mit eiserner Konsequenz und trotz wiederholter Rücktrittsforderungen verfolgte Schrempp inbeirrt sein Ziel, die automobile Welt AG zu schaffen. Absatzprobleme an verschiedenen Fronten des Konzerns lösten allerdings zunehmend Kritik an der Strategie aus. Schrempp musste sich schließlich dem Druck beugen und sich von seiner Strategie verabschieden. In jüngster Zeit rückten vor allem Qualitätsprobleme bei Mercedes sowie die teure Sanierung der Kleinwagenmarke smart in den Vordergrund.
Schrempps Führungsstil war nie unumstritten. "Ich bewege mich im Spannungsfeld zwischen kreativer Demokratie und Entscheidungsdiktatur", sagte er mal. Eben diesen Mechanismen musste sich Schrempp nun offenbar beugen.
Privat ist Schrempp seit 2000 in zweiter Ehe mit seiner Büroleiterin Lydia Deininger verheiratet und lebt in München. Neben zwei Söhnen aus erster Ehe hat er mit seiner jetzigen Frau eine Tochter und einen Sohn