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Ifo-Chef
"Schuldenschnitt wäre aktuell das falsche Signal"

Wie beurteilen Sie den Reformfortschritt Athens seit Mitte 2015?

Fuest Es ist klar, dass der im letzten Sommer mit Griechenland vereinbarte Zeitplan für Reformen nicht eingehalten wurde. Was aus den Verhandlungen des IWF mit den Regierungen der Euro-Zone nach außen dringt, lässt vermuten, dass der Reformrückstand groß ist.

Braucht Griechenland in Kürze einen weiteren Schuldenschnitt?

Fuest Griechenland hat bereits mehrere Schuldenschnitte hinter sich, offene und versteckte. Die Gläubiger haben Griechenland so günstige Bedingungen bei Zinsen und Laufzeiten der Kredite gewährt, dass die Staatsschulden derzeit nicht das Hauptproblem darstellen. Es wäre wichtiger, dass Griechenland seine wirtschafts- und sozialpolitischen Reformen vorantreibt und seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnt. Da das nur sehr zögerlich geschieht, wäre ein weiterer Schuldenschnitt zum aktuellen Zeitpunkt das falsche Signal.

Welche Rolle spielt der IWF?

Fuest Erstens bringt der IWF durch seine Distanz zur Politik in der Euro-Zone eine gewisse Objektivität und Unabhängigkeit ein. Zweitens hat der IWF eine lange Erfahrung mit Sanierungsprogrammen. Es ist wichtig, dass der IWF an Bord bleibt.

B. MARSCHALL STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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