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Düsseldorf
So berechnen Sie Ihre Rentenlücke

Düsseldorf. Die Renteninformation verrät schon jungen Menschen, was sie im Alter erwartet - und was sie zusätzlich sparen müssen. Von Antje Höning

Die gesetzliche Rente reicht immer weniger aus, um den Lebensstandard zu sichern. Das trifft vor allem die heute 30- bis 50-Jährigen. Immerhin bleibt ihnen noch Zeit, um ergänzend vorzusorgen. Um zu wissen, was sie ansparen sollten, müssen sie ihre individuelle Rentenlücke kennen. Diese ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Bedarf und der erwarteten gesetzlichen Rente.

Zur Ermittlung des Bedarfs gilt als Faustformel: Wer den Lebensstandard im Ruhestand halten will, braucht 60 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens. Denn Rentner müssen ja keine Beiträge zu Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen und keine oder weniger Einkommensteuer. Wer etwa 3500 Euro brutto verdient hat, braucht im Ruhestand 2100 Euro brutto.

Zur Abschätzung der Rentenansprüche verschickt die Deutsche Rentenversicherung an alle Versicherten, die mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt haben und älter als 27 sind, einmal im Jahr eine individuelle "Renteninformation".

Unter dem Stichwort "Höhe Ihrer künftigen Regelaltersrente" erfährt der Versicherte, welche Rente er mit Erreichen seiner Regelaltersgrenze zu erwarten hat, wenn er weiter so viele Beiträge einzahlt wie im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Regelaltersgrenze liegt aktuell bei 65 Jahren und fünf Monaten und steigt auf 67 Monate an.

Unter dem Stichwort "Rentenanpassung" rechnet die Versicherung vor, wie hoch die Rente ausfällt, wenn die Rente bis dahin jährlich um ein oder zwei Prozent steigt. Ein Beispiel: Frau Mustermann (56) erfährt, dass ihre Regelaltersrente bei 1056 Euro liegt. Das bedeutet bei einer jährlichen Rentensteigerung von einem Prozent 1170 Euro Euro und bei zwei Prozent 1310 Euro.

Daneben gibt die Renteninformation an, welche Ansprüche Frau Mustermann bis heute schon sicher erworben hat (725 Euro) und welche Erwerbsminderungsrente sie bekommen würde (761 Euro), wenn sie plötzlich arbeitsunfähig würde.

Wichtig für die Altersrente: Die angegebenen Beträge sind brutto und nominal. Von der Altersrente gehen noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab, eventuell auch Einkommensteuer. Zudem hat die künftige Rente wegen der Preissteigerung nicht die gleiche Kaufkraft wie heute. Die Versicherung rechnet vor, wie viel 100 Euro im Jahr des Renteneintritts noch wert sind. Mit 100 Euro kann etwa Frau Mustermann 2026 nur noch Waren für 83 Euro kaufen. Dabei wird eine jährliche Inflation von 1,5 Prozent unterstellt. Fällt die Inflation höher aus, wäre die Rente weniger wert.

Für die grobe Ermittlung der Rentenlücke reicht schon der Vergleich von Bedarf und Regelaltersrente. Er gibt dem Bürger eine Orientierung, wie stark er während des Arbeitslebens sparen sollte. Selbst für die 56-jährige Frau Mustermann bleibt dazu noch etwas Zeit.

Quelle: RP
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