Viele Deutsche rechnen mit Verschlechterung der eigenen Finanzen: Sozialsysteme: Mehrheit ist zu Eigenbeteiligung bereit
zuletzt aktualisiert: 29.10.2003 - 13:18Berlin (rpo). Die Mehrheit der Deutschen steht einer stärkeren Selbstbeteiligung bei den sozialen Sicherungssystemen positiv gegenüber. Viele erwarten eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation.
Das ist das Ergebnis der repräsentativen Emnid-Umfrage "Vermögensbarometer 2003", die am Mittwoch vom Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) in Berlin präsentiert wurde. Fast ein Drittel der Befragten erwartet den Angaben zufolge eine Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Situation.
DSGV-Präsident Dietrich Hoppenstedt forderte Bundestag und Bundesrat auf, die Chance zu nutzen und "grundlegende Überarbeitungen der sozialen Sicherungssysteme und des Steuersystems" vorzunehmen. Stärker als bislang müsse deutlich werden, dass Reformen das Ziel hätten, den erreichten Wohlstand zu sichern.
Hoppenstedt sprach sich dafür aus, die Steuerreformstufe 2005 um ein Jahr vorzuziehen. Damit sei zwar keine große Konsumwirkung verbunden, ein Verzicht würde jedoch zu einem "erheblichen Vertrauensverlust mit konjunkturellen Folgen führen". Die geplante Streichung von Eigenheimzulage und Wohnungsbauförderung lehnte der DSGV-Präsident dagegen ab. "Ohne diese Instrumente wollen 60 Prozent der Bauwilligen ihre Hausbaupläne verschieben oder ganz aufgeben", sagte er.
Die betriebliche Altersvorsorge entwickelt sich nach DSGV-Angaben zu einer immer beliebteren Vorsorge-Variante. Mittlerweile hätten rund 45 Prozent der Bundesbürger einen Vertrag für betriebliche Altersversorgung abgeschlossen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren.
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