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Nach Schuldspruch wegen Justizbehinderung: Starbanker Quattrone: Einst 100 Millionen Jahresgehalt - jetzt im Knast

zuletzt aktualisiert: 09.09.2004 - 07:53

New York (rpo). Auf dem Höhepunkt seiner Karriere hatte der ehemalige Starbanker der Credit Suisse First Boston (CSFB), Frank Quattrone, ein Jahreseinkommen von 100 Millionen Dollar. Jetzt muss Quattrone umziehen - in den Knast

Quattrone ist wegen Behinderung der Justiz zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. Der New Yorker Bezirksrichter Richard Owen verhängte am Mittwoch ferner ein Bußgeld von 90.000 Dollar sowie eine zusätzliche zweijährige Bewährungsstrafe gegen den 48-Jährigen.

Dieser muss sich nun binnen 50 Tagen stellen, darf seine Gefängniszeit aber gemäß dem Wunsch der Verteidigung in seinem Heimatstaat Kalifornien absitzen.

Ein Geschworenengericht in Manhattan hatte Quattrone Anfang Mai für schuldig befunden, Bundesbehörden sowie die Börsenaufsicht SEC in die Irre geführt und im späteren Gerichtsverfahren Zeugen beeinflusst zu haben. Ferner wurde im vorgeworfen, bei seiner Aussage, die Justizbehinderung habe nicht in seiner Absicht gelegen, schlicht gelogen zu haben.

Der Banker aus Kalifornien hatte Kollegen im Dezember 2000 in einer E-Mail aufgefordert, Akten zu vernichten, nachdem er von einer laufenden Ermittlung in seiner Abteilung erfahren hatte. Er hat allerdings stets beteuert, es habe sich bei dieser E-Mail um eine Umsetzung der Unternehmenspolitik gehandelt, wonach regelmäßig Dokumente vernichtet werden sollten.

Quattrone gehörte einst zu den best bezahlten Investmentbankern an der Wall Street und bezog auf dem Höhepunkt seiner Karriere ein Jahresgehalt von fast 100 Millionen Dollar. Ins Visier der Börsenaufsicht war er im Zuge von Untersuchungen über illegale Praktiken bei Börsengängen geraten. Ein erstes Verfahren endete im Oktober vergangenen Jahres, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten.

Quelle: ap

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