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Essen
SPD-Größen mischen beim Braunkohle-Verkauf mit

Essen. Das Rennen um die ostdeutsche Braunkohle und ihre 8000 Mitarbeiter geht zu Ende. Gestern beriet der Vattenfall-Aufsichtsrat in Stockholm über den Verkauf, heute kommen die Kontrolleure der deutschen Vattenfall in Berlin zusammen. Den Zuschlag soll der tschechische Versorger EPH erhalten, der bereits als Eigentümer der Mitteldeutschen Braunkohle in Deutschland aktiv ist. Greenpeace will heute in Berlin demonstrieren. Die Umweltschützer hatten selbst mitgeboten, um Tagebaue und Kraftwerke rasch stilllegen zu können.

EPH soll laut Branchenkreisen 50 Millionen Euro geboten haben. Nicht viel gemessen an den Milliarden, die zu Beginn des Verkaufsprozesses im Gespräch waren. Aber deutlich mehr, als von der Steag kam: Der Essener Versorger soll negative Preise geboten haben - konkret: die Überführung der Braunkohle in eine Stiftung, in die Vattenfall zwei Milliarden Euro zahlen sollte, wie es weiter heißt. Steag wolle als Betriebsführer auftreten. Kein Wunder, dass die Schweden abwinkten. Alle Braunkohle-Blöcke leiden unter dem Fall der Strom-Großhandelpreise, Vattenfall will sie nur noch loswerden.

Der Bieterstreit war hart. Laut Kreisen sollen EPH und Steag auch jeweils die Hilfe früherer SPD-Größen gesucht haben: Kajo Wasserhövel (einst Bundesgeschäftsführer der SPD und heute Strategieberater) soll die Steag beraten haben. Siegmar Mosdorf (Ex-Wirtschaftsstaatssekretär, heute Unternehmensberater) soll für EPH gewirkt haben.

(anh)
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