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Düsseldorf
Gute Spaghetti müssen nicht teuer sein

Stiftung Warentest - Gute Spaghetti müssen nicht unbedingt teuer sein
FOTO: Shutterstock/Africa Studio
Düsseldorf. Die beliebteste Nudelsorte der Deutschen ist von der Stiftung Warentest untersucht worden: Zehn von 25 Produkten haben die Note "gut" erhalten. Zu den besten gehören Eigenmarkern der Supermärkte und ein Markenprodukt. Von Joris Hielscher

Spaghetti, Spirelli, Makkaroni, Penne, Lasagne, Tagliatelle und Farfalle - die italienischen Nudelsorten gehen den Deutschen schon lange wie selbstverständlich über die Lippen. Die Pasta ist eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Drei Viertel der Deutschen essen mindestens einmal pro Woche Nudeln beziehungsweise Gerichte, die Nudeln enthalten; mehr als die Hälfte davon sogar mehrmals, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) ermittelt. Und so vertilgt der Bundesbürger gut acht Kilogramm Nudeln jedes Jahr - Tendenz steigend. Dabei sollen die Teigwaren am liebsten dünn und lang wie ein Bindfaden (auf italienisch il spagno) sein: Spaghetti werden laut Destatis von 77 Prozent der Deutschen als beliebteste Nudelform genannt. So überrascht es auch nicht, dass Spaghetti Bolognese bei Umfragen regelmäßig unter den drei Lieblingsgerichten der Deutschen landen.

Diesseits der Alpen sind Spaghetti also beliebt wie kaum ein anderes Lebensmittel, doch sind sie auch qualitativ gut? Dieser Frage ist die Stiftung Warentest in ihrer September-Ausgabe nachgegangen und hat 25 Spaghetti-Produkte getestet, vor allem die klassischen aus Hartweizen. Dabei hat die Verbraucherorganisation sowohl Aussehen, Geschmack, Geruch, Textur und das Mundgefühl als auch eine mögliche Schadstoffbelastung untersucht. Die Warentester vergaben bei zehn Produkten die Note "gut", 14 erhielten ein "befriedigend" und eines erreichte nur die Bewertung "ausreichend". Auffällig dabei ist, dass viele Eigenmarken der Supermärkte besonders gut abschneiden, während sich von den bekannten Marken nur wenige im Test behaupten konnten. Das bedeutet im Ergebnis: Gute Spaghetti müssen nicht zwangsläufig teuer sein.

So kosten sechs der zehn als gut bewerteten Spaghetti-Sorten durchschnittlich weniger als 50 Cent pro 500 Gramm Packung. Sie sind allesamt Eigenmarken von Supermärkten und Lebensmitteldiscountern. Neben den Testsiegern K-Classic (Kaufland) und Mondo Italiano (Netto) sind es Cucina (Aldi Süd), Ja! (Rewe), Villa Gusto (Norma) und die Spaghetti von Penny. Knapp das doppelte muss der Kunde für Vollkorn-Spaghetti bezahlen. Auch hier gehören die als gut bewertete Produkte zu Eigenmarken von Handelskonzernen oder den Bio-Anbietern Alnatura und Dennree.

Von den bekannten Markenprodukten erhalten nur die Spaghetti von Barilla die Note "gut". Die italienischen Pastaproduzenten Buitoni und De Cecco müssen sich genau so mit einer schlechteren Note begnügen wie der britischen Star- und Fernsehkoch Jamie Oliver mit seinen Spaghetti. Diese seien zum Beispiel unterschiedlich lang und hätten teilweise spitze Enden. Auch die deutschen Nudelproduzenten Bernbacher und Riesa schneiden nicht gut ab. Und ausgerechnet die teuerste Nudelmarke (1,99 Euro) von Strauss Innovation wurde mit der Note "ausreichend" am schlechtesten bewertet.

Die Stiftung Warentest hat zwar in den meisten Spaghetti Schadstoffe gefunden, vor allem ein Gift gegen Schimmelpilze. Allerdings liege die Konzentration deutlich unter dem gesetzlichen Höchstwert, gesundheitlich bedenklich sei deshalb keines der Produkte.

So können sich die Käufer unbesorgt der Frage widmen, wie sie die Spaghetti zubereiten. Laut dem Statistischen Bundesamt bevorzugt die Mehrheit der Deutschen ihre Pasta mit Sauce, gefolgt von Käse (Parmesan oder Gran Padano), und Pesto. Nur eine kleine Minderheit isst die Spaghetti mit Ketchup.

Quelle: RP
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